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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 17:44 Uhr

Mission Sandsack an der Elbe

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erstellt am 06.Jun.2013 | 09:10 Uhr

SChwerin/Boizenburg | Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern stemmen sich gegen die drohende Flut: Unzählige Freiwillige und Soldaten füllen Sandsäcke, um die Kronen der oftmals gerade erst sanierten Deiche zu erhöhen. In Dömitz erreichte der Fluss schon eine Höhe von 4,42 Meter, normal sind gut zwei Meter. Und: Der Scheitelpunkt wird erst Anfang nächster Woche erwartet.

Die Elbdämme in MV und Niedersachsen sollen in den kommenden Tagen um 30 Zentimeter erhöht werden. Dies bedeute, auf 21 Kilometern Länge Sandsäcke zu stapeln, sagte MV-Umweltminister Till Backhaus gestern bei einem Ortstermin in Dömitz. Er erwartet ein nie dagewesenes Hochwasser. An der Elde, die in Dömitz in die Elbe mündet, bauten Bundeswehrsoldaten einen Damm aus Sandsäcken in der Ortschaft Heiddorf. Das Dorf hat keinen Deich, der es schützen könnte. Für den von den Bewohnern seit Jahren ersehnten Bau einer Hochwasserschutzmauer läuft laut Backhaus das Planfeststellungsverfahren.

In den Landkreisen lagern rund 1,5 Millionen Sandsäcke, die an die Elbe geschickt werden können. Feuerwehren und Technisches Hilfswerk seien in Bereitschaft. Die Bundeswehr unterstützt die Vorbereitungen auf das Hochwasser mit bis zu 750 Soldaten. Sie werden in Kasernen auf dem Truppenübungsplatz Lübtheen untergebracht und füllen dort Sandsäcke. Insgesamt würden rund zwei Millionen Säcke zur Verstärkung und Erhöhung der Deiche um 30 Zentimeter gebraucht, hieß es. Im Amt Neuhaus (Niedersachsen) helfen Soldaten der Flugabwehrraketengruppen aus Sanitz und Bad Sülze den zivilen Kräften. Der Sprecher des Landeskommandos in Schwerin, Klaus Brandel, sagte, mit der jetzigen Bereitstellung sei die Bundeswehr langsam "am oberen Ende" angelangt.

In dem von Hochwasser betroffenen Elbe-Landkreis Ludwigslust-Parchim ist an den kommenden beiden Sonntagen das Fahrverbot für Lastwagen aufgehoben. "Mit der Verfügung wollen wir die Versorgung der Bevölkerung und die Funktionsfähigkeit wichtiger Logistikketten gewährleisten", sagte Infrastrukturminister Volker Schlotmann (SPD) gestern.

Angesichts des dritten großen Elbehochwassers innerhalb eines Jahrzehnts halten Backhaus und sein niedersächsischer Amtskollege Stefan Wenzel (Grüne) eine Verstärkung der Deichsysteme für unumgänglich. Das könnten die betroffenen Länder jedoch nicht allein leisten. Beide Minister lobten das ehrenamtliche Engagement in der Region. "Die Menschen leisten Großartiges", sagte Wenzel. Backhaus ergänzte: "Es geht ein Ruck durch die Leute." Das sei wunderbar. In Schwerin kam erstmals der Interministerielle Führungsstab zusammen. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) setzt alles daran, die Deiche so abzusichern, dass sie nicht überflutet werden. "Das hat oberste Priorität." Das Land habe dem Kreis Ludwigslust-Parchim Hilfen angeboten, darunter den Einsatz eines Hubschraubers mit einer Infrarotkamera, um Schwachstellen an den Deichen zu entdecken, die durch Biber entstanden sein können.

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