Prozess : Missbrauch: Mörder erneut vor Gericht

richterhammer

Ein 39-Jähriger soll eine behinderte Frau geschlagen und vergewaltigt haben.

svz.de von
11. April 2015, 09:00 Uhr

Erst im Februar 2014 wurde er nach 14 Jahren Haft entlassen, die er wegen Mordes verbüßt hatte. Seit gestern steht der 39-jährige K. wieder vor Gericht. Im vergangenen Oktober soll er im Wald bei Jesendorf nordöstlich des Schweriner Sees eine behinderte Frau geschlagen und vergewaltigt haben. Wenn der Prozess vor dem Schweriner Landgericht die Anklage bestätigt, drohen ihm mindestens fünf weitere Jahre im Gefängnis. Zudem ist nicht auszuschließen, dass er danach in Sicherheitsverwahrung kommt, so die Staatsanwaltschaft. Allerdings bestreitet K. die Tat.

Im Jahr 2000 stach K. bei einem Trinkgelage einen Kumpanen nieder, der sich an seine damalige Freundin herangemacht hatte. Die Zahl der Einstiche sei kaum noch zu zählen gewesen, heißt es. Als er Anfang vergangenen Jahres aus dem Gefängnis kam, lebte er bald wieder in seinem Heimatdorf und arbeitete in einem Pflegeheim als Koch. Das hatte er in der Haft gelernt.

Am 8. Oktober vergangenen Jahres rief K. über den Rettungsdienst einen Notarzt in den Wald zwischen Jesendorf und Ventschow. Er habe beim Pilzesammeln eine schwer verletzte und bewusstlose Frau im Unterholz gefunden, wollte er den Sanitätern weiß machen. Die 60 Jahre alte Frau, taubstumm und gehbehindert, war blutüberströmt und kurz davor, zu erfrieren.

Zwei Tage später wurde K. jedoch von der Polizei verhaftet. Er hatte sich in Widersprüche verwickelt. Auch soll ein Zeuge ihn mehrere Stunden, bevor K. die Frau gefunden haben will, zusammen mit ihr gesehen haben. Die Ermittlungen legten für die Staatsanwaltschaft einen ganz anderen Verlauf des verhängnisvollen Tages nahe. Demnach traf K. die Frau am frühen Nachmittag, als sie auf dem Rückweg von einem Geschäft in Ventschow zurück in Richtung Jesendorf ging. Er muss sie überredet haben, mit ihm zusammen das Bier zu trinken, das sie gekauft hatte. Bei seinem ersten Versuch, sie zu vergewaltigen, wurde er offenbar noch durch einen Passanten gestört. Danach zerrte er sein Opfer weiter in den Wald hinein und schlug ihr mehrfach brutal mit einer Flasche ins Gesicht. Erst Stunden später kehrte er zu der hilflosen Frau in den Wald zurück und verständigte die Rettungskräfte.

Ob und wie stark betrunken er während der Tat war, muss während des Prozesses geklärt werden. Auf jeden Fall hatte er nach der Haftentlassung die Auflage bekommen, keinen Alkohol anzurühren. Der Prozess wird Anfang Mai fortgesetzt.

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