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Mecklenburg-Vorpommern

20. Oktober 2017 | 12:55 Uhr

Missbrauch? Hausmeister verhaftet

vom

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2012 | 08:09 Uhr

Rastow | Schock in Rastow. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich gestern in der 2000-Einwohner-Gemeinde südlich von Schwerin die Nachricht, dass der Hausmeister der Schule und Jugendwart bei der freiwilligen Feuerwehr nach einer nächtlichen Hausdurchsuchung von den Polizeibeamten mitgenommen wurde. Der Verdacht: sexueller Missbrauch von Kindern.

Für die Schweriner Staatsanwaltschaft ist es inzwischen mehr als ein bloßer Verdacht gegen den 47-Jährigen. Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek spricht von fünf Einzelfällen sexuellen Missbrauchs eines minderjährigen Geschädigten. "Ein Junge, der noch keine 14 Jahre alt ist", so Urbanek auf Nachfrage unserer Redak tion. Die Staatsanwaltschaft hat nach einer ersten Auswertung des sichergestellten Beweismaterials Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen beantragt. Das Schweriner Amtsgericht folgte dem gestern Nachmittag. Der Beschuldigte selbst schweigt bislang, sagt Urbanek.

Ans Tageslicht kamen die Vorwürfe, nachdem sich eine Mutter an die Polizei gewandt hatte. Zuerst war sogar von drei missbrauchten Kindern im Alter von 10 bis 13 Jahren die Rede. Erhärtet hat sich der Missbrauchs-Verdacht bisher aber nur bei einem Jungen.

Als die ersten Nachrichten über die Geschehnisse die Runde im Dorf machten, lösten sie in Rastow Entsetzen und Fassungslosigkeit aus. Denn der Beschuldigte ist in der Region bekannt. Der Familien vater galt bis gestern als zuverlässig und hilfsbereit. "Unsere wichtigste Aufgabe ist es jetzt, weiteren Schaden von den Betroffenen abzuwenden", sagt der geschockte Bürgermeister Hartmut Götze. Und das seien nicht nur die Missbrauchsopfer. "Wir haben sofort einen Krisenstab gebildet, uns ausgetauscht und unser weiteres Vorgehen abgestimmt", berichtet Schulleiter Reinhard Labahn. Heute werden sich die Klassenlehrer vor ihre Schüler stellen und versuchen, das Thema aufzuarbeiten. "Natürlich der jeweiligen Altersgruppe entsprechend", betont Labahn. Die Lehrer haben sich bei der Vorbereitung auch externe Hilfe geholt: Mitarbeiterinnen vom Schulpsychologischen Dienst werden heute an der Rastower Schule erwartet, Schulsozialarbeiterin und Jugendklubleiterin sind ebenfalls einbezogen in die Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Und auch die Eltern werden informiert: Sie erhalten heute Post vom Schulleiter.

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