Antiterror Einsätze in MV : Ministerium: Keine Liste mit Gefährdeten

Zwei Männern aus Mecklenburg-Vorpommern war vorgeworfen worden, eine Liste mit Personen angelegt zu haben, die im Krisenfall getötet werden sollten.

svz.de von
07. September 2017, 16:13 Uhr

Vorläufige Entwarnung nach der Anti-Terror-Razzia vom Montag vergangener Woche in MV: Nach bisherigen Erkenntnissen ist bei den Durchsuchungen keine „Todesliste“ gefunden worden. Zwei Männern aus MV - einem Rechtsanwalt aus Rostock und einem Polizeibeamten aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim - war vorgeworfen worden, eine Liste mit Personen angelegt zu haben, die im Krisenfall getötet werden sollten.

Das Bundeskriminalamt (BKA) habe dem Landeskriminalamt jetzt Unterlagen aus sichergestellten Ordnern übersandt, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. „Die  Ordner stellen keine Liste gefährdeter Personen dar, und nach Feststellung des BKA besteht gegenwärtig auch keine unmittelbare Gefährdung.“ Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. Auch die Auswertung der beschlagnahmten Asservate laufe noch.

Die Landespolizei will die Unterlagen, die sie bekommen hat, jetzt auswerten. Geschaut werden soll, in welchem Zusammenhang Personen genannt werden und ob sich daraus Handlungsbedarf für die Polizei ergibt, wie die Ministeriumssprecherin sagte. „Je nach Ergebnis der Bewertung werden die Personen im Einzelfall umgehend kontaktiert.“ Bei vier weiteren Personen fanden am Montag vergangener Woche ebenfalls Durchsuchungen statt. Sie werden in dem Ermittlungsverfahren als nicht tatverdächtige Dritte geführt. Unter ihnen ist ein weiterer Polizeibeamter.

Alle sechs sind  sogenannte „Prepper“ (wir berichteten) und gehören nach jüngsten NDR-Recherchen zu einer Gruppe „Nordkreuz“. Der Begriff Prepper ist vom englischen „to be prepared“ (vorbereitet sein) abgeleitet. „Prepper“ wollen für den  Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung gewappnet sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen