Birgit Hesse : Ministerin regelt Klassenfahrten neu

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Reisekassen der Schulen werden vom Land um 300 000 Euro aufgebessert

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22. September 2017, 21:00 Uhr

Schüler an öffentlichen Schulen dürfen sich ab sofort auf eine zusätzliche Klassenfahrt freuen. So können Realschüler nun drei- und Gymnasiasten viermal bis zum Schulabschluss auf Klassenfahrt gehen. Auch die maximale Dauer wird von vier auf fünf Tage ausgeweitet. Das geht aus einer neuen Verwaltungsvorschrift hervor, die Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) gestern vorstellte. Die Vorschrift soll am Montag gemeinsam mit einer Handreichung den Schulen zugehen.

„Die Ausweitung der Klassenfahrten hilft, die Kernelemente der Fahrten, Bildung und Gemeinschaft, besser zur Geltung zu bringen“ meinte Hesse. Neben den direkt für die Schüler spürbaren Veränderungen soll vor allem die Organisation von Klassenfahrten für Lehrer vereinfacht und rechtssicher gestaltet werden.

Ministerin Hesse: „Der Moment, an dem die Sorgeberechtigung von den Eltern auf die Lehrer übergeht, ist entscheidend.“ Genau diese Übertragung sowie andere Formalitäten der Organisation und Abrechnung müssen ab sofort mittels Formularen erfolgen, die für alle Schulen einheitlich sind. Bisher hatte jede Schule hier ihre eigenen Formulare erstellt. In Zukunft soll auf diesem Wege ausgeschlossen werden, dass beispielsweise vergessen wird, die Eltern nach notwendiger Medikamenteneinnahme von Kindern zu fragen.

Bei der Umgestaltung der Verwaltungsvorschrift flossen Hinweise von Schulen und Verbänden wie dem Landeselternbeirat ein. Das Budget für die Kosten von Klassenfahrten für Lehrer und Begleitpersonen ist der Ministerin zufolge vom Land um etwa 300  000 Euro auf etwa eine Million Euro angehoben worden. Es wird der neuen Regung nach nicht mehr den Schulen direkt zugewiesen, sondern pro Kalenderjahr, gemäß der Anzahl der Klassen den zuständigen Schulämtern.

Hesse begründete diese Veränderung damit, dass auf diesem Wege der Mittelabfluss besser sichergestellt werden könne.

Die Landtagsfraktionschefin der Linken, Simone Oldenburg, freute sich über die Etablierung einer weiteren Klassenfahrt. Sie gab jedoch zu bedenken, dass eine direkte finanzielle Unterstützung von Schülern wünschenswert sei. Sie forderte: „Eine Klassenfahrt im Schulleben sollte kostenlos sein, dieses wichtige und schöne Erlebnis muss unabhängig der finanziellen Situation des Elternhauses möglich sein.“

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