zur Navigation springen

Neujahrsempfang im Landtag MV : Minister suchen den Dialog mit den Bürgern

vom

Den Zusammenhalt in der Gesellschaft und einen respektvollen Umgang miteinander beschwor Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) zum Neujahrsempfang der Landesregierung in Schwerin.

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Schwerin Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat das Versprechen der Landesregierung erneuert, mehr für die Förderung des ländlichen Raums zu tun und den Dialog mit den Bürgern zu stärken. Dafür werde es künftig Foren mit Ministern geben, in denen diese ihre Politik erklären sollen. „Wir wollen gemeinsam mit den Akteuren vor Ort konkrete Projekte für den Landesteil Vorpommern entwickeln“, sagte der Regierungschef bei seinem Neujahrsempfang gestern vor 500 geladenen Gästen im Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin.

Vorrangiges Ziel bleibe es, die Wirtschaft zu stärken und damit die Basis für gute Einkommen der Menschen und ein gutes Leben in ganz Mecklenburg-Vorpommern zu schaffen. Schwerpunkte blieben zudem weiter die Bereiche Kinderbetreuung und Schule. „Kontinuität, um Bewährtes fortzusetzen, neue Akzente, um aktuellen Fragen zu begegnen“, fasste Sellering die Regierungspolitik von SPD und CDU zusammen, die bei der Landtagswahl im September deutlich an Vertrauen eingebüßt hatte.

In seiner Ansprache, in der er die Bevölkerung zu Engagement und Zuversicht aufrief, widmete Sellering der aktuellen Debatte zum Umgang mit Flüchtlingen breiten Raum. Das Thema habe durch den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt noch einmal an Brisanz gewonnen. Sellering rief dazu auf, das gesellschaftliche Klima nicht durch unsachliche Debatten über Flüchtlinge und Innere Sicherheit vergiften zu lassen. Unterschiedliche Meinungen und kontroverse Debatten gehörten in einer offenen Gesellschaft dazu. Doch sei es wichtig, die Diskussionen sachlich und respektvoll miteinander zu führen und so einer Spaltung entgegenzuwirken. Ein starkes Land wie Deutschland werde auch künftig Flüchtlinge aufnehmen, die in ihrer Heimat Krieg, Gewalt und Verfolgung ausgesetzt sind. „Das ist und bleibt ein Gebot der Menschlichkeit“, betonte Sellering. Die im Vorjahr bundesweit registrierten mehr als 900 Übergriffe auf Asylunterkünfte nannte er verbrecherisch und beschämend.  „Zu einer vernünftigen Flüchtlingspolitik gehört aber auch, dass selbst ein Land wie Deutschland nicht unbegrenzt Flüchtlinge aufnehmen kann“, sagte Sellering.

Landesorden verliehen

Hohe Ehre für herausragende Persönlichkeiten: Ministerpräsident Sellering verlieh den Verdienstorden des Landes an drei Bürger, die sich in besonderer Weise um Mecklenburg-Vorpommern verdient gemacht haben und Beispielhaftes für das Gemeinwesen leisten. Zu den Ausgezeichneten gehören:

Erika Drecoll

Erika Drecoll aus Rostock, die schon seit 1992  im Dienste älterer Menschen aktiv ist. „Immer wenn es um ein gutes Zusammenleben der Generationen bei uns geht, dann ist Frau Drecoll dabei“, würdigte Sellering das Engagement der heute 79-Jährigen. Als Präsidentin des Altenparlaments und Vorsitzende des Landesseniorenbeirats hat sie über viele Jahre maßgeblich mit  dazu beigetragen, die Mitwirkungsrechte älterer Menschen zu stärken. Mit ihrer Arbeit habe sie Politik und Verwaltung für diese Themen sensibilisiert.aus Rostock, die schon seit 1992  im Dienste älterer Menschen aktiv ist. „Immer wenn es um ein gutes Zusammenleben der Generationen bei uns geht, dann ist Frau Drecoll dabei“, würdigte Sellering das Engagement der heute 79-Jährigen. Als Präsidentin des Altenparlaments und Vorsitzende des Landesseniorenbeirats hat sie über viele Jahre maßgeblich mit  dazu beigetragen, die Mitwirkungsrechte älterer Menschen zu stärken. Mit ihrer Arbeit habe sie Politik und Verwaltung für diese Themen sensibilisiert.

Professor Jürgen Grote

Professor Jürgen Grote erhielt den Landesorden für sein  Verdienste um Pflege und Förderung der plattdeutschen Sprache. Auch wenn er aus politischen Gründen seine Heimatstadt Schwerin vor 60 Jahren  verlassen musste,  blieb ihm doch die Liebe zur niederdeutschen Sprache.  Der  80-Jährige steht der Fritz-Reuter-Gesellschaft seit fast 20 Jahren als Präsident vor. Grote sei es zu danken, dass die Gesellschaft 1991 ihren Sitz nach Neubrandenburg verlegte und Fritz Reuter als „bedeutender Landessohn nicht in Vergessenheit gerät“,  so  Sellering.

Heike Volke

Heike Volke erhielt den Verdienstorden für ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin eines Arbeitsförderungs- und Fortbildungswerkes, das  Langzeitarbeitslosen und sozial benachteiligten Jugendlichen hilft, berufliche Perspektiven zu finden, und für ihr ehrenamtliches Engagement.  „Es geht ihr darum, Menschen Mut zu machen, wieder Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit aufzubauen und sie anzuspornen, ihr Bestes zu geben, auch nach Misserfolgen nicht aufzugeben“, würdigte Sellering das Wirken der 55-jährigen Frau aus Sanitz. Ihr Engagement ende  nicht mit dem Feierabend. Als ehrenamtlicher Familiencoach unterstütze sie in Rostock junge Mütter und Väter dabei, sich in die Arbeitswelt zu integrieren.

 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen