Lorenz Caffier : Minister in Uniform

Beförderung: Lorenz Caffier wird zum Oberleutnant zur See  ernannt.
Beförderung: Lorenz Caffier wird zum Oberleutnant zur See ernannt.

Ab ins Glied – aber nicht in den Schlamm: Wie Innenminister Lorenz Caffier die Wehrübung in der Kaserne erlebte

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05. März 2015, 20:50 Uhr

Schwarze Soldatenstiefel, dazu ein Flecktarnanzug. Die Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, Lorenz Caffier (CDU) und Karl-Heinz Schröter (SPD), sitzen auf dem Sofa im Offiziersheim der Berliner Julius-Leber-Kaserne. Der eine faltet die Hände, der andere verschränkt die Arme vor der Brust. Aus den Politikern, die normalerweise an der Spitze ihrer Ministerien stehen, sind Befehlsempfänger geworden: Als Reservisten im Rang eines Oberleutnants zur See nehmen sie an einer Wehrübung teil – schlafen in der Kaserne, essen in der Truppenküche.

Durch den Schlamm robben, Panzer reparieren oder Übungswände hochklettern mussten die Spitzenpolitiker freilich nicht. „Ich habe zweimal Sport gemacht und die Eskaladierwand gesehen“, sagt der immerhin einigermaßen durchtrainiert wirkende Schröter. „Aber ohne Training komme ich da heute nicht mehr hoch.“

„Ich habe nur einmal Sport gemacht“, sagt Lorenz Caffier. Aber streng genommen war die Wehrübung der Minister ja auch eine Art Truppenbesuch. Den Ministern ging es um die Verbesserung der Zivil-Militärischen-Zusammenarbeit. „Es geht um die Wertschätzung gegenüber der Bundeswehr, nicht nur wenn es ums Hochwasser geht“, sagt Caffier. „Ohne Bundeswehr wäre ein Hochwasser an der Elbe ja gar nicht mehr zu stemmen.“

Ähnlich äußerte sich auch Schröter: Als junger Landrat wäre er 1991 verloren gewesen, wenn nicht die Bundeswehr bei einer Waldbrandkatastrophe geholfen hätte. Ein weiteres Thema war die Übernahme von Soldaten in den Landesdienst nach Abschluss ihrer Dienstzeit. Beide Minister besuchten deswegen die Feldjäger – und waren beeindruckt von deren Polizeiausbildung. Dass die Militärpolizei eine kriminalistische Ausbildung erhält, „hätte ich nicht erwartet“, sagte Schröter. „Wenn wir im Land mehr Polizisten brauchen, sind Leute, die zuvor bei den Feldjägern gedient haben, und dann in das normale Berufsleben zurückkehren, natürlich eine interessante Perspektive.“ Caffier, der auch Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundesrat ist, versprach, sich für eine bessere Finanzierung der Truppe einzusetzen. „In manchen Dingen, etwa bei der Telearbeit, ist uns die Bundeswehr aber sogar ein Stück voraus.“

Persönlich jedenfalls waren beide Politiker sichtlich zufrieden mit der Wehrübung. „Wir haben uns ins Glied eingereiht“, sagte Schröter. „Die Uniform hilft, Demut zu erleben.“ Um dann wenige Minuten später zu ergänzen: „Ich bin stolz, die Uniform eines Marineoffiziers zu tragen!“ Caffier kündigte an, dass die eine Woche in Berlin sicher nicht seine letzte Wehrübung gewesen ist. Weswegen für beide Politiker dann auch die Streifen eines Kapitänleutnants der Reserve noch im Bereich des Möglichen sind.

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