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Abgesackte Autobahn bei Tribsees : Minister: A20 ab Sommer 2018 wieder befahrbar

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Neue Umleitungen, provisorische Auffahrt, Behelfsbrücke - Pegel stellt umfangreichen Maßnahmenkatalog vor

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erstellt am 17.Okt.2017 | 11:30 Uhr

„Wir haben in der kurzen Zeit seit Feststellung des Absackens des Straßenkörpers Ende September unter Hochdruck Maßnahmen entwickelt und geprüft, um zunächst den Umleitungsverkehr für alle Betroffenen möglichst verträglich zu gestalten. Außerdem haben wir die dauerhafte Instandsetzung der Ostseeautobahn in diesem Bereich in Angriff genommen“, sagte Infrastrukturminister Christian Pegel heute bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Direktor des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr Manfred Rathert und Ronald Normann, Abteilungsleiter Autobahn beim Landesamt an der beschädigten Autobahn 20 bei Tribsees. Dort stellten sie das Handlungskonzept vor, das kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen enthält.

 

Aufrechterhaltung Richtungsfahrbahn Stettin

„Wir sind bestrebt, die derzeitige Verkehrsführung auf der A20 – eine verbleibende Fahrspur in Richtung Stettin – aufrecht zu erhalten, solange dies unter Gewährleitung der Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer vertretbar ist“, so der Landesminister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung. Dies hänge vom weiteren Verformungsverhalten des Straßendamms ab. Um dies zu kontrollieren, werden täglich engmaschig Setzungs- und Dehnungsverhalten gemessen und - auch nachts – die Entwicklung bereits vorhandener Risse und eventuelle Neubildungen permanent beobachtet. „Die aktuellen Messergebnisse deuten nicht auf eine erforderliche Vollsperrung hin. Sollte sich dies ändern, sind wir sofort handlungsfähig und können die bereits vorbereitete Totalsperrung sofort umsetzen und die Umleitung aktivieren.“

 

Umleitungen

Für die Umfahrung der Schadstelle ist bis auf Weiteres eine offizielle Umleitung – U 38 – von Tribsees über Bad Sülze, Dettmannsdorf und Sanitz zur Anschlussstelle Sanitz ausgewiesen. Um die Auswirkungen für die Anwohner erträglicher zu gestalten, wird in bebauten Bereichen außerhalb geschlossener Ortschaften entlang der Strecke im Einzelfall die Geschwindigkeit von 70 auf 50 Kilometer pro Stunde heruntergesetzt. Die Abstimmungen dazu laufen.

Ebenfalls vorgesehen ist, in der Gemeinde Langsdorf und anderen Durchfahrten Bedarfsampeln aufzustellen, die den Fußgängern das Queren der Straße erleichtern sollen. Auch hierzu laufen die Abstimmungen. „Uns ist bewusst, welche Belastung dieser plötzliche und unerwartete Ausfall der A20 für diejenigen bedeutet, die an der Umleitungsstrecke wohnen“, sagt Christian Pegel und verspricht: „Wir tun alles, um diese Belastung so gering wie möglich zu halten und so schnell wie möglich wieder zu beseitigen.“

Voraussichtlich Anfang November wird zusätzlich zur aktuellen Umleitungsstrecke über Sanitz eine weitere über die L 19 und L 23 über Böhlendorf in Richtung Bad Sülze zur Verfügung stehen. Dort hatte das Straßenbauamt Stralsund bereits vor dem Absacken der A 20 Bauarbeiten begonnen, die eine Vollsperrung erforderlich machten. Diese Bauarbeiten wurden beschleunigt und sollen gegen Ende dieses Monats beendet sein. Dadurch würde sich die Umleitungsstrecke von etwa 30 auf ca. 11 Kilometer verkürzen. „Da diese Strecke für den gefahrlosen Begegnungsverkehr zu schmal ist, wird sie allerdings im Falle einer Sperrung beider Richtungsfahrbahnen der A 20 nur für eine Richtung zur Verfügung gestellt werden können“, sagt Landesamtsleiter Manfred Rathert.

Provisorische Anschlussstelle zum Jahresende

Es wurden weitere Alternativen für Umleitungsstrecken betrachtet und werden derzeit geprüft. Dazu zählt u.a. die Herstellung einer Behelfsauf- und -abfahrt zur Autobahn von der Kreisstraße NVP 9 für beide Richtungen, mit der sich die Umleitungsstrecke auf etwa vier Kilometer verringern würde. Ziel ist es bei positivem Prüfergebnis, diese provisorische Anschlussstelle bis möglichst zum Jahresende zu errichten – und zurückzubauen, sobald sie nicht mehr erforderlich ist.

Im Sommer 2018 wieder über die A20

Dies könnte bei günstigem Verlauf schon im Laufe des Sommers 2018 der Fall sein. „Wir haben in der vergangenen Woche bereits die Planung einer ca. 80 – 100 Meter langen auf Großbohrpfählen gegründeten Behelfsbrücke sowie das dafür erforderliche Baugrundgutachten beauftragt“, sagt Manfred Rathert und fügt hinzu: „Sollten die Planungen bis zum Jahresende 2017 abgeschlossen sein, könnten die Bauleistungen Anfang 2018 ausgeschrieben werden. Ein Versprechen, dass alles bis zu den Sommerferien abgeschlossen ist, kann angesichts zahlreicher Unwägbarkeiten derzeit allerdings nicht gegeben werden.“ Die Behelfsbrücke würde den Verkehr über die A 20 auf mindestens einer Spur pro Richtung ermöglichen. Der Bund hat bereits signalisiert, solch‘ eine Brücke zeitnah zur Verfügung zu stellen.

Welche Umleitungsstrecken jeweils aktuell nutzbar sind, ist ab sofort auf der Homepage des Landesamtes   www.strassenbauverwaltung.mvnet.de abrufbar und auch über die Webseite des Verkehrsministerium www.regierung-mv.de/Landesregierung/em verlinkt.

Instandsetzung der beschädigten Autobahn

„Wir können zurzeit nicht vollständig ausschließen, dass auch der übrige Dammbereich bzw. die Gründung geschädigt sind oder in Zukunft Schäden auftreten. Daher werden wir den Baugrund und den Zustand des gebauten Gründungssystems umfassend, auch hydrologisch, untersuchen lassen“, sagt Ronald Normann, Leiter des Bereiches Autobahn im Landesamt. Diese Untersuchungen wurden zum Teil bereits beauftragt. „Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, können wir Konstruktionsvarianten für eine dauerhafte Lösung entwickeln.“

Minister Christian Pegel wirbt noch einmal für Verständnis bei allen, die von dem unerwarteten plötzlichen Abbruch der Fahrbahn an der Trebeltalbrücke betroffen sind. „Wir arbeiten mit vereinten Kräften daran, die Folgen für Autofahrer und Anwohner so verträglich wie möglich zu gestalten und die A 20 schnell wieder durchgängig für den Verkehr zu öffnen. Ich bedanke mich für Ihre Geduld und Ihr Verständnis.“

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