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Senkung der Öko-Umlage : Mini-Entlastung für private Stromkunden

vom
Aus der Onlineredaktion

Satte Rabatte für mehr Firmen in MV. Linke fordert strengere Ausnahmeregelungen

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Entlastung im Nano-Bereich für private Stromkunden und kleinere Firmen, Mega-Hilfe für Industrie-Unternehmen: Erstmals seit Jahren wird die Öko-Umlage für Strom aus Wind und Sonne im kommenden Jahr gesenkt – um 0,088 Cent je Kilowattstunde, teilten die vier Netzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW gestern mit. Ein Haushalt mit 3000 Kilowattstunden Verbrauch wird um ganze 2,40 Euro entlastet. Zugleich schlagen aber besonders in MV die hohen Kosten für den Netzausbau und Milliardenentlastungen für Industrie-Unternehmen zu Buche, so dass Kunden unterm Strich kaum spürbare Entlastungen erwarten können. „Die geplante Senkung der EEG- Umlage ist doch ein Witz“, kritisierte die Energieexpertin der Linken-Landtagsfraktion, Mignon Schwenke, gestern: „ Die jährliche Ersparnis reicht nicht einmal für ein Wurstgulasch in der Kantine.“ In den vergangenen Jahren war die Öko-Strom-Umlage seit 2014 stetig gestiegen – von 2,047 im Jahr 2014 auf 6,88 Cent je Kilowattstunde 2017.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft kann indes mit deutlichen Entlastungen kalkulieren. In diesem Jahr hat erneut die Zahl der Firmen, denen saftige Rabatte eingeräumt werden, zugenommen. Molkereien, Holzwerke, Fliesen- und Kieswerke, Schlachthöfe Straßenbahnbetreiber: Zwischen Boizenburg und Pasewalk haben sich 54 Firmen wegen ihres hohen Energieverbrauchs von der Öko-Stromabgabe befreien lassen, geht aus einer Beihilfeliste des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hervor – sieben mehr als ein Jahr zuvor. Allein mit der Abschaffung der vielen unberechtigten Industrierabatte ließe sich die EEG-Umlage um einen Cent senken, kritisierte Schwenke die zahlreichen Ausnahmen: „Das würden Privathaushalte und kleine Unternehmen spüren.“ Rabatte für Unternehmen müssten an strengere Regeln geknüpft werden. Es könne nicht länger sein, dass die Unternehmen ihren Stromverbrauch in die Höhe schraubten, nur um unter die Rabatt-Regel zu fallen. Schwenke forderte zudem die Stromsteuer zu senken und einen Energiewendefonds aufzulegen. Noch wichtiger wäre, die zwischen den Bundesländern ungleich verteilten Netzentgelte zu senken.

Bundesweit sind inzwischen 2092 Firmen von der Umlage befreit , 2006 waren es noch 282. Sie wurden um fünf Milliarden Euro entlastet.

 

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