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Kriminalität in MV : Millionenschäden durch Ladendiebe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Einzelhandel in MV verliert im Jahr 75 Millionen Euro durch Diebstahl

von
erstellt am 13.Jul.2015 | 06:30 Uhr

Kosmetik, Elektronik, Werkzeug – häufig sind es kleine und teure Waren, die Ladendiebe mitgehen lassen. Nach einer Hochrechnung des Einzelhandelsverbandes Nord wurden 2014 in MV Waren im Wert von etwa 75 Millionen Mark gestohlen. „Eine hohe Belastung für die Geschäfte“, schätzte Kay-Uwe Teetz, Geschäftsführer des Verbandes, ein. 6300 Ladendiebstähle registrierte das Landeskriminalamt (LKA) 2014 landesweit. „Damit bewegen wir uns etwa auf dem Niveau der Vorjahre“, sagte Michael Schuldt, LKA-Sprecher. Der tatsächliche Schaden wird oft erst bei Inventuren entdeckt, wenn die Täter längst über alle Berge sind.

Diskussionen darüber, ob Ladendiebstähle künftig als Ordnungswidrigkeiten herabzustufen sind, um Polizei und Gerichte zu entlasten, lehnt der Einzelhandelsverband ab. Entsprechende Vorschläge kamen aus dem Justizministerium Niedersachsens. „Händler verzichten heute schon oft frustriert auf eine Anzeige, weil der bürokratische Aufwand hoch ist“, so Kay-Uwe Teetz. Ladendiebstahl sei aber kein Kavaliersdelikt. Das belegen auch Bundeszahlen. Der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) geht davon aus, dass diebische Kunden deutschlandweit jährlich einen Schaden von 2,1 Milliarden Euro verursachen.

Dagegen rüsten die Unternehmen auf. Nach einer Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI investiert der Einzelhandel jährlich 1,3 Milliarden Euro in Technik und Personal zum Diebstahlschutz. Jede sechste der befragten Firmen kündigte laut Studie an, ihr Sicherheitsbudget 2015 aufzustocken. Eine immer größere Rolle würden dabei sichtbare Überwachungskameras spielen. Bereits 70 Prozent der Unternehmen nutzten die Geräte und mehr als ein Viertel der Befragten plant eine Ausweitung. Allerdings sind der Video-Überwachung in Geschäften Grenzen gesetzt, so Kay-Uwe Teetz Teetz: „Die Kunden sollen sich immer noch wohl fühlen dürfen.“

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