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Steuersünder in MV : Millionen vor Fiskus versteckt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit Selbstanzeigen können sich Steuersünder „freikaufen“ – in MV ist die Zahl der Reumütigen allerdings verschwindend gering

Mecklenburg-Vorpommern kann in diesem Jahr mit höheren Steuereinnahmen aus nachgemeldeten Auslandsdepots rechnen. Wie das Finanzministerium in Schwerin mitteilte, gab es im ersten Halbjahr 17 Selbstanzeigen von Steuersündern. Das waren vier mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Dabei handelte es sich um höhere Beträge als in den Vorjahren, die bei den Finanzbehörden nachträglich zur Besteuerung angemeldet wurden. Die nacherklärten ausländischen Kapitaleinnahmen summierten sich auf 7,9 Millionen Euro und waren damit gut doppelt so hoch wie im gesamten Jahr 2013. Das Finanzministerium rechnet daraus nach eigenen Angaben für das erste Halbjahr 2014 mit Steuermehreinnahmen von 1,5 Millionen Euro. Im Jahr 2013, als sich 26 reuige Steuersünder dem Fiskus offenbarten, flossen rund 660 000 Euro aus nacherklärten Kapitaleinnahmen in die Staatskassen.

Ungeachtet der Steigerung bleiben aber sowohl die Zahl der reuigen Steuersünder als auch die Höhe der Zusatzeinnahmen im Vergleich zu den anderen Bundesländern verschwindend gering. So gab es im Nachbarland Schleswig-Holstein in den ersten sechs Monaten laut Kieler Finanzministerium eine Steigerung auf 377 Selbstanzeigen. Die dadurch erzielten Mehreinnahmen werden auf 18 Millionen Euro geschätzt. Der Fiskus in Hessen erwartet nach über 2000 Selbstanzeigen bislang sogar 165 Millionen Euro an Mehreinnahmen. „Steuerhinterziehung in großem Maßstab ist in Mecklenburg-Vorpommern eher selten zu finden. Das Kapital liegt eben nicht in unserem Land. Dennoch ist jeder Fall einer zu viel. Deshalb sehe ich auch die Selbstanzeige unter strengen Auflagen als geeignete Möglichkeit in die Steuerehrlichkeit zurückzukehren“, betonte die Schweriner Finanzministerin Heike Polzin (SPD). In den Jahren 2012 und 2013 kamen auf diese Weise im Nordosten insgesamt gerade 1,7 Millionen Euro herein. Doch profitiert MV über den Länderfinanzausgleich auch von den Zusatzeinnahmen der anderen Bundesländer.


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