Flüchtlinge in MV : Millionen-Topf für die Integration stark nachgefragt

Das Jugendintegrationsmobil (JIM) der Evangelischen Jugend steht im März vor dem Schloss in Schwerin. Das Projekt wird aus dem im Herbst 2016 aufgelegte Millionen-Fonds zur Unterstützung lokaler Integrationsprojekte in Mecklenburg-Vorpommern finanziert.
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Das Jugendintegrationsmobil (JIM) der Evangelischen Jugend steht im März vor dem Schloss in Schwerin. Das Projekt wird aus dem im Herbst 2016 aufgelegte Millionen-Fonds zur Unterstützung lokaler Integrationsprojekte in Mecklenburg-Vorpommern finanziert.

Nach Schlägereien junger Migranten steuert jetzt ein leuchtend orangefarbenes Integrationsmobil den Marienplatz im Herzen der Landeshauptstadt an. Finanziert wird es aus dem Integrationsfonds des Landes. Gut zwei Millionen Euro können noch verteilt werden.

svz.de von
26. Mai 2017, 06:00 Uhr

Der im Herbst 2016 aufgelegte Millionen-Fonds zur Unterstützung lokaler Integrationsprojekte in Mecklenburg-Vorpommern wird stark nachgefragt. Bis Ende April sind Anträge für 930 000 Euro gestellt worden, wie die Integrationsbeauftragte des Landes, Dagmar Kaselitz (SPD), sagte. Davon seien bislang 800 000 Euro bewilligt und ausgezahlt worden.

Zu den Projekten, die auf Geld aus dem Topf hoffen können, gehört den Angaben zufolge „Hallo Nachbar“ im Neubrandenburger Plattenbaugebiet Datzeberg. Der Trägerverein Toni, der bereits mit Jugendlichen arbeitet, will die Flüchtlinge im Block gegenüber in seine Angebote einbeziehen und mit Einheimischen zusammenbringen. In Friedland (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und Wismar haben Initiativen für Flüchtlinge bereits Geld bekommen, wie Kaselitz sagte.

Allein 67.000 Euro gab es für das Schweriner Jugendintegrationsmobil.

Zwei Mitarbeiter der Evangelischen Jugend fahren mit dem leuchtend orangefarbenen Wohnmobil Treffpunkte an, beraten junge Flüchtlinge und helfen ihnen bei der Bewältigung des neuen Alltags. Anlass für den Einsatz des Mobils waren Schlägereien junger Zuwanderer am Marienplatz im Herzen der Landeshauptstadt, die für Unruhe gesorgt hatten. „Pro Woche sprechen wir im Schnitt mit 20 bis 30 Leuten tiefgründiger“, sagte Sebastian Schubert von dem Mobil. „Es gibt viel zu reden.“ Die Themen reichten vom Familiennachzug über das Verstehen des deutschen Behördensystems bis hin zu Schule und Berufswünschen.

Im Integrationsfonds stehen von 2016 bis 2018 jedes Jahr eine Million Euro zur Verfügung. Da im vergangenen Jahr wegen des Starts im Herbst nur rund 92 000 Euro ausgegeben werden konnten, hat Kaselitz beim Finanzministerium beantragt, die restlichen gut 900 000 Euro in das Jahr 2017 mitzunehmen. Sie sei zuversichtlich, dass das Geld übertragen wird, sagte die Integrationsbeauftragte. Damit könnten in diesem Jahr 1,9 Millionen Euro ausgereicht werden.

Der Opposition gehen die Maßnahmen des Landes zur Flüchtlingsintegration nicht weit genug. Die Abgeordnete Karen Larisch sprach von einem „Kuddelmuddel“. Sie verlangte von der Landesregierung die Überarbeitung des Integrationskonzeptes, „damit die zur Verfügung stehenden Mittel nicht weiterhin planlos eingesetzt werden“.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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