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Gaspipeline : Millionen für Moor-Renaturierung

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Als Ausgleich zum Bau der Ostsee-Gaspipeline muss Betreiber in die Wiedervernässung investieren.

svz.de von
erstellt am 09.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Die erheblichen Natureingriffe beim Bau der Ostsee-Erdgaspipeline Nord Stream sollen im Wesentlichen durch Renaturierung ehemaliger Moorgebiete an der Peenemündung ausgeglichen werden. Wie die Nord Stream AG am Freitag in Anklam mitteilte, werden am Montag an der Bundesstraße 110 bei Pinnow die Vorbereitungen beginnen, der Baustart ist für die Zeit nach den Sommerferien Anfang September geplant.

Die sogenannte Wiedervernässung von knapp 600 Hektar Poldergebiet sei die letzte von insgesamt vier größeren Kompensationsmaßnahmen, die von den Behörden für Bau und Betrieb der Nord Stream-Pipeline auferlegt wurden, erklärte Projektmanager Jens Lange.

Durch die rund 1250 Kilometer lange Leitung, die vom russischen Vyborg bis nach Lubmin bei Greifswald reicht, fließt seit November 2011 russisches Erdgas nach Deutschland. Bislang seien es rund 57 Milliarden Kubikmeter gewesen, sagte ein Sprecher. Die Lieferungen seien von den gegenwärtigen Handelsbeschränkungen im Zuge der Ukraine-Krise nicht betroffen.

Für das letzte Ausgleichsprojekt sind etwa zwei Jahre Bauzeit geplant, die Gesamtkosten werden mit mehr als zehn Millionen Euro veranschlagt. So sollen Seedeiche am Peenestrom zurückgebaut werden, um den Moorschwund aufzuhalten. Da ein Teil der Fläche aber weiter landwirtschaftlich genutzt werde, müsse dieser Bereich gesichert bleiben. Zudem sollen ein Radweg höher gelegt und die Bundesstraße 110 nach Usedom zwischen Johanneshof und Zecheriner Brücke vor Wasser geschützt werden.

Nach eigenen Angaben stellt das Firmenkonsortium Nord Stream für Ausgleichsmaßnahmen in der Natur insgesamt etwa 20 Millionen Euro bereit. Neben der Renaturierung der Polder stellt Nord Stream als Umweltausgleich eine ursprüngliche Graudünenlandschaft in Lubmin her und erstellt ein Managementprogramm zum Erhalt von Küstenvögelbrutvorkommen am Oderhaff bei Leopoldshagen.

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