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Hochtechnologie MV : Millionen für die Forschung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landesregierung fördert Hochtechnologie bis 2020 mit 168 Millionen Euro / Besonders kleine Firmen und Hochschulen profitieren davon

von
erstellt am 20.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Es klingt wie das Grimmsche Märchen vom Rumpelstilzchen, in dem aus Stroh Gold gesponnen wurde: Ein Hochleistungsbioreaktor aus Mecklenburg-Vorpommern soll in Brasilien mit Hilfe von Bakterien aus Schweinegülle Biogas und Dünger produzieren. Dank Technologien aus dem Nordosten Deutschlands können Agrarberiebe in Lateinamerika Geld mit Energie und mit Nährstoffen für Pflanzen verdienen, statt Kosten für Gülleentsorgung zu entrichten.

Das Know-how entstand in der Verbundforschung der Hochschule Neubrandenburg mit dem Unternehmen Me-Le Energietechnik GmbH Torgelow, die bereits geschäftlich in Brasilien tätig ist, wo es riesige Tiermastanlagen gibt. Mit 700  000 Euro förderte die Schweriner Landesregierung das Projekt. „Die Unterstützung der Symbiose von Wissenschaft und Wirtschaft ist die sinnvollste Art der Wirtschaftsförderung überhaupt“, sagte Dietrich Lehmann, Geschäftsführer des Unternehmens in Torgelow.

Künftig will Mecklenburg-Vorpommern die Fördermittel für Verbundforschung, Entwicklungen in Betrieben und Innovationen erhöhen. Für die Förderperiode 2014 bis 2020 stehen acht Prozent mehr Gelder aus dem EU-Fonds für regionale Wirtschaft zur Verfügung als in der vorangegangenen Förderperiode. Statt der 155 Millionen Euro sind es jetzt 168 Millionen Euro. „Es geht darum, die Rahmenbedingungen für zukunftsorientierte und attraktive Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt zu verbessern“, sagte gestern Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Letztmals stehe Mecklenburg-Vorpommern in einer Förderperiode so viel Geld aus Brüssel zur Verfügung. „Wir müssen die Mittel klug einsetzen, um weiter aufzuholen, und dabei den Spagat schaffen, bestehende Betriebe zu stärken und Firmengründern den Start zu erleichtern“, sagte Glawe.

Geld gibt es nicht nur für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, sondern auch für teure Durchführungsstudien, den Erwerb von Patenten und für die Einführung moderner Technologien in den Produktionsprozess.

Für diese Prozessinnovationen können kleinere und mittlere Betriebe 50 Prozent Förderung bekommen, bisher waren es lediglich 35 Prozent. Lob kommt von den Unternehmen. „Die Einführung neuer Produktionsverfahren ist aufgrund der Struktur der Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern eine häufige Form der Innovation, die aber bisher kaum förderfähig war“, sagte Lothar Wilken für die Vereinigung der Unternehmensverbände.

Die Fördersummen können im Einzelfall bis zu 1,5 Millionen Euro betragen, bei Verbundprojekten auch zwei Millionen. Meistens sei die Fördersumme aber wesentlich geringer.

Auch die Hochschulen begrüßen die neuen Förderrichtlinien, die seit Anfang Mai Gültigkeit besitzen. „Kleine Firmen sind oft nicht in der Lage, eigene Forschung zu betreiben und die Wissenschaft braucht den Praxisbezug“, so der Rostocker Universitätsrektor Professor Wolfgang Scharek. Das Förderprogramm bringt beide zusammen. „So schafft Wissenschaft Wirtschaft“, sagte der Rektor.

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