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Hoffnung für Ostsee-Schiffbauer : Millionen-Aufträge: Neustart für Werften

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Genting-Konzern übernimmt alle 1400 Arbeiter

svz.de von
erstellt am 10.Mai.2016 | 07:00 Uhr

Das bringt Arbeit ins Werftdock: Nach jahrelanger Auftragsflaute werden heute in Wismar im Beisein von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) erstmals wieder Neubauaufträge für die im März vom malaysischen Genting-Konzern übernommenen drei Werften der Lloyd-Gruppe in Wismar, Warnemünde und Stralsund unterschrieben. Gestern wurde bereits in Bremerhaven ein neues Design-Zentrum eröffnet, in dem 250 Konstrukteure die Schiffe konzipieren und entwerfen werden, die in den Ostseewerften gebaut werden sollen. Zehn Schiffe stehen im Orderbuch – eine Megayacht, Flusskreuzfahrer und Ozean-Kreuzliner für die zum Konzern gehörenden Reedereien Chrystal Cruises und Star Cruises. Die Ostseewerften sollen u. a. den Stahlrumpf für die Luxusyacht „Crystal Endeavor“ bauen, die für den Einsatz in der Arktis und Antarktis geplant ist. Auftragswert: Millionen Euro. Ausgestattet werden soll die Yacht später in Bremerhaven.

Noch seien nicht alle Details bekannt, doch die neuen Aufträge seien ein „sehr gutes Zeichen“ für den Schiffbau in MV, sagte Betriebsrat Harald Ruschel gestern: „Wir wissen, dass es weitergeht – Hauptsache Arbeit.“ Noch vor Monaten habe es für die Werften „düster ausgesehen“. Nun habe Genting angekündigt, alle 1400 Beschäftigten der ehemaligen Nordic-Werften in Wismar, Rostock und Stralsund zu „gleichen Konditionen“ zu übernehmen.

Nach mehreren Werftenkrisen in den vergangenen zwei Jahrzehnten schöpfen die Schiffbauer neue Hoffnung: „Eigentümer sind gekommen und gegangen, die Werften gibt es immer noch“, meinte Ruschel. Genting habe angekündigt, „die Werftstandorte in Wismar, Rostock und Stralsund nachhaltig mit Neuaufträgen auszulasten“, erklärte Wirtschaftsminister Glawe gestern gegenüber unserer Zeitung: „Die Vertragsunterzeichnung ist ein erster wichtiger Schritt und ein Bekenntnis zu den Standorten und den Mitarbeitern in Mecklenburg-Vorpommern. Die Werften und Zulieferer stehen erneut vor der Aufgabe, ihr Know-how beim Bau von hochmodernen Schiffen unter Beweis zu stellen. Das ist eine einmalige Chance für den Schiffbau in unserem Land.“

Mit seinem Einstieg in die deutschen Werften will der Genting-Konzern nach eigenen Angaben sicherstellen, dass in den nächsten zehn Jahren die erforderlichen neuen Kreuzfahrtschiffe fristgerecht gebaut werden können. „Das schnelle Wachstum der weltweiten Kreuzfahrtbranche, besonders in China, hat die Auftragsbücher für Kreuzfahrtschiffe auf ein Allzeithoch gebracht“, hatte Genting-Vorstand Tan Sri Lim Kok Thay bei der Übernahme der Werften erklärt.  

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