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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 14:15 Uhr

Milliardär spendiert Kunsthalle

vom

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erstellt am 13.Apr.2012 | 07:24 Uhr

Potsdam | Software-Milliardär und Mäzen Hasso Plattner spendiert der Stadt Potsdam eine Kunsthalle. Sie soll wechselnde Ausstellungen mit Bildern und Skulpturen sowie Plattners persönliche Sammlung von Kunst aus DDR-Zeiten beherbergen, wie die Stadt gestern mitteilte. Geplant sei ein moderner Bau. Seit einiger Zeit werde bereits nach einem geeigneten Ort gesucht.

"Ein Standort in der Stadt Potsdam wäre äußerst wünschenswert vor dem Hintergrund meiner Verbundenheit zum Havelland", zitierte die Stadt Plattner. "Ich bin der festen Überzeugung, mit einer solchen Institution einen besonderen Beitrag zum Kulturleben Potsdams leisten zu können."

Dem Milliardär sind der Stadt zufolge mehrere Vorschläge unterbreitet worden. Dazu zählten neben dem Blücherplatz, der Schiffbauergasse und der Speicherstadt auch der Lustgarten. Laut Medienberichten soll der Lustgarten "erste Wahl" für die Kunsthalle sein. Auf dem Gelände steht noch das 17-stöckige Hotel Mercure.

Über den möglichen Abriss des Hochhauses aus den 1960er Jahren wird schon länger diskutiert. Erst Ende März hatte der Potsdamer Beigeordnete für Stadtentwicklung und Bauen, Matthias Klipp, der Stadtverordnetenversammlung einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt. Das Haus sprenge "jede Maßstäblichkeit" in der Potsdamer Mitte, heißt es darin. Das Gebäude steht direkt gegenüber dem Alten Markt, auf dem derzeit das neue Brandenburger Parlament in den Umrissen der früheren Stadtschlosses errichtet wird. Das Gebäude erhält eine historische Fassade und ein Kupferdach, die ebenfalls mit Millionen-Aufwand von Plattner finanziert werden.

Kunsthistoriker Hans-Joachim Kuke vom Verein Potsdamer Stadtschloss lobte das weitere Engagement Plattners für die historische Mitte. Die Kunsthalle sei eine tolle Idee. Wichtig sei, dass das Mercure-Hochhaus endlich verschwinde. Es sei gegen alle historische Vernunft gebaut worden. Ob an seiner Stelle die Kunsthalle entstehe, werde sich dann zeigen. Gegenüber dem Schloss sei durchaus ein moderner Bau denkbar. Er müsse sich aber rücksichtsvoll und intelligent mit dem Knobelsdorffbau arrangieren.

Auch der Potsdamer SPD-Fraktionsvorsitzende Mike Schubert begrüßte Plattners Pläne. Mit der Kunsthalle werde die Innenstadt zusätzlich belebt, sagte er. Die SPD-Fraktion werde Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bei seinem Bemühungen unterstützen, die Kunsthalle am Standort des Mercure-Hotels zu unterstützen. "Sollte die Stadt darüber hinaus andere Standorte prüfen, so sollten diese aus Sicht der SPD zwingend im Umfeld des Alten Marktes liegen", betonte er. Der Hotelkonzern Accor, zu dem Mercure gehört, will das Haus eigenen Angaben zufolge aber nicht aufgeben. "Potsdam ist ein wichtiger Standort für uns", sagte Accor Europe-Sprecher Michael Kirsch. Damit meine er die Stadt im Allgemeinen und das Haus im Speziellen, betonte er. Derzeit liefen Gespräche mit dem Eigentümer über eine Verlängerung des Mietvertrags, der Ende des Jahres ausläuft. Dem Zeitungsbericht zufolge ist der derzeitige Besitzer der US-Investor Blackstone. Die Stadt besitzt aber ein Vorkaufsrecht.

Der Potsdamer Vorsitzende der Linksfraktion, Hans-Jürgen Scharfenberg, ist gegen einen Abriss des Hochhaus-Hotels Mercure in der Potsdamer Innenstadt. "Das Mercure ist ein funktionsfähiges Hotel, das gut angenommen wird", sagte er. Zudem müsse auch an die Belegschaft gedacht werden.

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