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Geringere Haftstrafen in Revisionsprozess festgelegt : Milde für Rostocker Messerstecher

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Die Taten entsetzten viele Rostocker. Im Februar wurden zwei Männer überfallen und niedergestochen. Die Beute: Ein Handy und 15 Euro. Der Revisionsprozess gegen zwei Angeklagte fand nun mit Haftstrafen sein Ende.

svz.de von
erstellt am 29.Jun.2011 | 07:23 Uhr

Der Revisionsprozess vor dem Landgericht Rostock um eine Messerstecherei im Februar 2010 beim Hauptbahnhof der Hansestadt ist mit milderen Urteilen für die 21- und 17-jährigen Täter ausgegangen. Der 21 Jahre alte Mann wurde zu sechs Jahren Haft und damit zu zehn Monaten weniger Haft verurteilt. Der 17-Jährige muss nur noch für drei statt für dreieinhalb Jahre hinter Gitter. Die Angeklagten hatten Revision gegen die ersten Urteile des Landgerichts vom September 2010 eingelegt.

Bei dem Jüngeren folgte das Gericht am Mittwoch der Einschätzung des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe und verurteilte ihn nicht wegen versuchten Totschlags. Beim Älteren habe dessen Geständnis strafmildernd gewirkt, Reue habe das Gericht aber nicht feststellen können. Die auf Verlangen des BGH erfolgte Prüfung, ob er möglicherweise von der versuchten Tötung zurückgetreten sei, sei negativ verlaufen. Dann wäre die Strafe nochmals milder ausgefallen.

Die Taten, die an dem kalten Februar-Nachmittag verübt wurden, schockten viele Rostocker. Sie wurden nach Worten des Richters "mit unglaublicher Brutalität" verübt. Ziel sei es gewesen, die Opfer auszurauben. Der Ältere hatte zunächst laut Gericht auf dem Gehsteig einen 44 Jahre alten Mann überfallen, der auf dem Weg zum Kindergarten war, um seine Tochter abzuholen. Dazu war der Täter mit einem Karatesprung auf ihn losgegangen und hatte ihn dann viermal in Rücken und Becken gestochen.

Der Täter hatte im Gericht gesagt, er habe sich keine Gedanken über die Folgen gemacht. Das Opfer konnte sich noch selbst vom Tatort entfernen und den Rettungswagen alarmieren. Es sei pures Glück gewesen, dass er überlebt hat, sagte der Richter. Der Mann habe noch heute mit körperlichen und psychischen Folgen der Tat zu kämpfen.

Weil die Täter bei dem 44 Jahre alten Mann keine Beute machten, überfielen sie nur wenige Minuten später einen 31-jährigen Mann. Sie bedrohten ihn und verletzten ihn mit einem Messer. Die Beute waren knapp 15 Euro und ein Handy.

Beide Täter hatten zwar Alkohol getrunken, aber sie hätten sehr wohl gewusst, was sie tun, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Da die Angeklagten und die Staatsanwaltschaft die Urteile annahmen, sind sie rechtskräftig.

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