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Millioneninvestition für Firma in Grimmen : Milchersatz aus Lupinen

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Menschen mit einer Laktoseintoleranz müssen bislang auf Sahnetorten oder Käse verzichten oder zu Soja-Produkten greifen. In Grimmen werden bald laktosefreie Milchersatzprodukte aus der heimischen Süßlupine produziert.

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2013 | 04:27 Uhr

Für rund 2,5 Millionen Euro entsteht in Grimmen (Kreis Vorpommern-Rügen) ein Werk zur Produktion von laktosefreiem Milchersatz aus einheimischen Lupinen erstmals in industriellem Maßstab. Investoren sind die Neubrandenburger Prolupin GmbH und ein Geschäftsmann aus Grimmen, wie Prolupin-Geschäftsführerin Katrin Petersen am Dienstag sagte. Die Technologie sei im Zentrum für Lebensmitteltechnologie in Neubrandenburg bereits jahrelang erprobt worden. Produktionsstart soll im Sommer sein. Schätzungen zufolge leiden 15 bis 20 Prozent der Deutschen unter einer Laktoseintoleranz.

„Unser Eis ist bereits erfolgreich am Markt eingeführt“, erklärte Petersen. Die Proteine werden in speziellen Apparaturen aus den gepressten Samen der Blauen Süßlupine (Lupinus angustifolius) gewonnen. „Die Lupinen werden 2013 auf rund 1000 Hektar an der Mecklenburgischen Seenplatte und in Vorpommern angebaut“, schilderte die Geschäftsfrau. Zusammen mit Geschäftspartnern wird das Protein dann im Eis, aber auch in Fleisch- und Backprodukten sowie in Nudeln verarbeitet. „Unsere Proteinproduktion steigt mit der neuen Anlage in Grimmen um das 15-fache“, sagte Petersen.

In Grimmen wird derzeit eine alte, 40 Meter lange Halle eines früheren Betriebes umgebaut. Die Belegschaft soll von derzeit 5 auf 13 Beschäftigte steigen. Etwa eine Million Euro der Investition stellt das Wirtschaftsministerium in Schwerin zur Verfügung. Die Technologie wurde von Experten des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung entwickelt, Prolupin ist Lizenznehmer der Patente auf diese Technologie.

Lupineneiweiß habe im Vergleich zum Eiweiß der Sojabohne bessere sensorische Eigenschaften, weshalb eine höhere Akzeptanz bei den Verbrauchern zu erwarten sei, hieß es.

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