Neues Gesetz stärkt Molkereien : Milchbauern wollen Wettbewerb

<fettakgl>Führte die Politikerinnen stolz über seinen Hof:</fettakgl> Der Kraaker Landwirt Christian Karp mit Bundesministerin Ilse Aigner und der Bundestagsabgeordneten Karin Strenz (l.).
Führte die Politikerinnen stolz über seinen Hof: Der Kraaker Landwirt Christian Karp mit Bundesministerin Ilse Aigner und der Bundestagsabgeordneten Karin Strenz (l.).

„Der Milchpreis ist derzeit wieder einmal im Keller", sagt Christian Karp. Der Kraaker Milchbauer engagiert sich seit Jahren im Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter. 27 Cent für den Liter würden derzeit gezahlt.

svz.de von
23. Juli 2012, 09:16 Uhr

Kraak | "Der Milchpreis ist derzeit wieder einmal im Keller", sagt Christian Karp. Der Kraaker Milchbauer engagiert sich seit Jahren im Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter. 27 Cent für den Liter würden derzeit gezahlt. Und das reiche nicht einmal aus, um die Kosten zu decken. "Der Preis der Futtermittel explodiert gerade, weil die Ernte in Nordamerika auf den Feldern vertrocknet." Doch Christian Karp, der den Familienbetrieb in Kraak 2004 von seinen Eltern übernahm, jammert nicht. Er handelt und investiert in den Hof, damit der Betrieb wettbewerbsfähig bleibt. So entsteht ein neuer Stall für 600 Kühe. "Unsere Melkanlage war 21 Jahre alt, sie musste dringend erneut werden", erläutert Karp. Im Rohbau dieses Komplexes sollen in ein paar Wochen hier bereits die Kühe stehen, übrigens 100 mehr als bislang auf dem Hof Karp. In den alten Ställen werden dann Jungrinder gehalten.

Was der Kraaker konkret plant und welche Probleme er sieht, das konnte er Landwirten und CDU-Mitgliedern am Sonntagabend in seinem neuen Kuhstall auf dem Hof Karp in Kraak persönlich vorstellen. Mit dabei war auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die auf Einladung des CDU-Kreisverbandes Ludwigslust-Parchim nach Mecklenburg gekommen war. Vor rund 200 Gästen warb Aigner für einen sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln. Sie stellte das Programm "Zu gut für die Tonne - Strategien gegen die Lebensmittelverschwendung" vor und verwies auf die Herausforderungen hin, vor denen Landwirte stehen: "Nicht alles in der Landwirtschaftspolitik lässt sich auf nationaler Ebene regeln." Es sei enorm schwer, die Landwirtschaftspolitik von 27 EU-Mitgliedsstaaten zu koordinieren. Auch das passende Beispiel hatte Aigner parat. Deutschland hatte sich in der EU für einen Stopp des Milchpreisverfalls stark gemacht - vergeblich. Damit war das Thema des Abends vorgegeben.

Milchbauer Karp, der natürlich stolz war, dass die Bundesministerin ausgerechnet auf seinem Hof zu Gast war, forderte dennoch weitere Unterstützung ein. "Das Marktstrukturgesetz steht vor einer Neuordnung", sagt Christian Karp. Demnach sollen Milchbauern künftig nur noch in einer Milcherzeugergemeinschaft agieren dürfen. "Das ist gut für die Molkereien und schlecht für die Milchbauern", erläutert Karp. Verschiedene Erzeugergemeinschaften eröffnen Spielraum beim Absatz der Milch und erhöhen den Wettbewerb. Und bei mehr Wettbewerb auf dem Milchmarkt müssen die Molkereien konkurrieren - und faire Preise zahlen, hofft der Landwirt.

Diese Anregungen wurden nicht nur von der Ministerin, sondern auch von der Bundestagsabgeordneten Karin Strenz aufgenommen. Der Dialog soll nun an anderer Stelle fortgesetzt werden. Strenz war generell zufrieden: "Die Ministerin ist in unserem landwirtschaftlich geprägten Großkreis immer herzlich willkommen", so die CDU-Kreischefin.

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