zur Navigation springen

Preise steigen bis 40 Prozent : Milch, Fleisch, Kartoffeln: Lebensmittel teurer

vom

Milch, Butter, Fleisch, Obst, Gemüse, Kartoffeln: Für Nahrungsmittel müssen Verbraucher in MV tiefer in die Tasche greifen. Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent lassen den Einkauf so teuer werden wie selten zuvor.

svz.de von
erstellt am 10.Sep.2013 | 08:09 Uhr

Schwerin | Milch, Butter, Fleisch, Obst, Gemüse, Kartoffeln: Für Nahrungsmittel müssen Verbraucher in MV tiefer in die Tasche greifen. Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent lassen den Einkauf so teuer werden wie selten zuvor. Für einen Liter Frischmilch mit einem Fettgehalt von 1,5 Prozent müssen Kunden 20 Prozent mehr als vor einem Jahr bezahlen - 59 Cent je Liter, ermittelte die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn. Die relativ hohen Verbraucherpreise für Butter, Milch und weitere Milchfrischprodukte seien Resultat mehrerer Preisrunden. Kostete ein 250-Gramm-Päckchen Markenbutter vor Jahresfrist 75 Cent, hob der Handel den Preis auf 1,15 Euro an.

Der Trend bleibt: Die Winterschäden hatten der Agrarwirtschaft im Frühjahr als Grund für die Ankündigung von steigenden Preisen gedient. Dabei werde es trotz guter Erträge wohl bleiben, hatte Bauernpräsident Rainer Tietböhl kürzlich erklärt: "Auch wenn die Getreidepreise inzwischen sinken, sind die Energie- und Düngerkosten weiter gestiegen."

Indes macht die schlechte Ernte auf dem Kartoffelacker vor allem die Knollen teuer. Nach dem heißen Sommer rechnen die Bauern in MV mit deutlichen Ausfällen - bis zu 30 Prozent, erklärte Steffen Schwedt, Chef der Kartoffelmarkt Sülte GmbH, einem der drei großen Kartoffelvermarkter in MV. Im Nordosten würden von 12 000 Hektar nur 400 000 Tonnen Kartoffeln geholt - bis zu 200 000 Tonnen weniger, als in MV gebraucht würden, sagte Dieter Ewald, Chef des Saatgutverbandes: Zwar sorge die laufende Ernte dafür, dass das Preisniveau sinke. Doch: "Der Markt ist mehr als eng." Das treibe die Preise hoch. Rohware koste schon doppelt so viel wie vor einem Jahr, beobachtete Schwedt. Auch für Chips, Pommes & Co müssen sich Verbraucher auf "steigende Preise" einstellen, erklärte Horst-Peter Karos, Chef des Verbandes der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie. Durch die zweite Niedrigernte in Folge sei voraussehbar, dass bis zum Anschluss an die Ernte 2014 die Knollen knapp würden. Hohe Nahrungsmittelpreise hatten in den vergangenen zwölf Monaten die Inflation in MV in die Höhe getrieben. Betroffen sind vor allem Menschen mit geringen Einkommen. Sozialverbände forderten höhere Zuschüsse für Hartz-IV-Empfänger: "Die staatlichen Leistungen zur Existenzsicherung müssen endlich am realen Bedarf der Menschen berechnet werden", sagte der Chef des Bundesverbandes Deutsche Tafeln, Jochen Brühl.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen