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Leser spendeten 96 522 Euro : Mike Möwenherz wird flügge

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Im vergangenen Jahr bat unser Verlag um Spenden für "Mike Möwenherz" - und unsere Leserinnen und Leser trugen ganze 96 522 Euro zusammen. Sie sollen in den Aufbau eines Palliativteams fließen.

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erstellt am 26.Jun.2013 | 10:27 Uhr

Rostock | Eine Welle der Hilfsbereitschaft ging Ende vergangenen Jahres durch das Land: Wir baten um Spenden für "Mike Möwenherz" - und unsere Leserinnen und Leser trugen sage und schreibe 96 522 Euro zusammen. Sie sollen in den Aufbau eines Palliativteams fließen, das sich zu Hause um schwerstkranke Kinder und ihre Familien kümmert.

Bereits seit 2007 haben unheilbar kranke Menschen laut Gesetz einen Anspruch darauf, in der letzten Phase ihres Lebens zu Hause behandelt zu werden. Spezialisierte ambulante Palliativversorgung, kurz SAPV, ist der Fachbegriff dafür. Um Erwachsene kümmern sich seither eine Reihe von SAPV-Teams im Land. Für Kinder dagegen gibt es diese spezialisierte Betreuung hierzulande bislang noch nicht - auch, weil in Mecklenburg-Vorpommern jährlich glücklicherweise nur etwa 30 Kinder so schwer krank sind, dass sie palliativ versorgt werden müssen. Dennoch haben auch sie und ihre Familien einen Anspruch darauf - ihn umzusetzen, ist Anliegen des Rostocker Arbeitskreises "Mike Möwenherz", der sich bisher ehrenamtlich um betroffene Familien kümmert. Ihm floss der Erlös unserer Weihnachtsspendenaktion zu.

Der Initiator von "Mike Möwenherz", der Leiter der Kinderkrebsstation der Rostocker Universitätsklinik, Carl Friedrich Classen, zeigte sich gestern optimistisch, dass noch in diesem Jahr ein professionelles Team die Betreuung von sterbenskranken Kindern und Jugendlichen zu Hause übernehmen kann: "Wir stehen seit Jahresbeginn in kontinuierlichen Verhandlungen mit den Krankenkassen über die Finanzierung dieses Teams." Im Unterschied zu anderen Bundesländern seien die Kassen hier übereingekommen, einen gemeinsamen Vertrag mit der Universitätsmedizin als Träger des Teams abzuschließen, lobt Classen die Verhandlungspartner. Dadurch bliebe den Mitarbeitern später einmal viel Bürokratie erspart.

"Wenn der Vertrag mit den Kassen unter Dach und Fach ist, können wir sofort damit beginnen, das benötigte Personal einzustellen", so der Mediziner. Ärzte und Schwestern würden dann durch die Krankenkassen bezahlt werden. Für Sozialarbeiter, Psychologen und Seelsorger, die ebenfalls zum Team gehören, zahlen die Kassen allerdings nicht - hierfür werden neben anderen auch die Spenden unserer Leser eingesetzt. "Bis dahin wird das Geld weiter sicher auf einem zweckgebundenen Konto der Universitätsmedizin aufbewahrt", versichert Classen. Zwar würde der Betrag auf diesem Konto bereits reichen, um ein Team für ein paar Monate zu finanzieren, "aber um Mitarbeitern eine Perspektive bieten zu können, muss ein solches Projekt eine stabile Dauerfinanzierung durch die Kassen bekommen", erklärt der Rostocker Kinderarzt.

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