Blickpunkt : „Mike Möwenherz“ ist auch dank Leserspenden flügge

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Seit einem Jahr betreut das Team von Rostock unheilbar kranke und sterbende Kinder und ihre Familien in ganz Mecklenburg-Vorpommern

Karin.jpg von
10. Juni 2015, 12:00 Uhr

Sterben ist ein Thema, das viele Menschen verdrängen möchten, erst recht, wenn es das Sterben von Kindern ist. Doch auch Kinder sterben, wenn auch viel seltener als Erwachsene – infolge von Unfällen oder schweren Erkrankungen. Das kann plötzlich passieren, ohne Vorwarnung, es kann aber auch Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern, in denen das Kind, bis zum Tod, mit seinem Leiden lebt. Dann ist es umso wichtiger, dass die Kinder zu Hause, in ihrer vertrauten Umgebung betreut werden können.

Seit Mai 2014 hilft in solchen Fällen – jährlich im Land etwa 20 bis 30 – „Mike Möwenherz“, ein Team zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung speziell für Kinder und Jugendliche (SAPV). Zuvor hatten der Rostocker Kinderhospizdienst Oskar und die Universitäts-Kinder- und Jugendklinik Rostock sieben Jahre lang darum gerungen. Unsere Zeitung unterstützte „Mike Möwenherz“ 2012 mit ihrer Weihnachtsspendenaktion, bei der mehr als 100 000 Euro zusammenkamen. Ein gutes Jahr später sagten endlich auch die Krankenkassen die Finanzierung des SAPV-Teams zu – genauer: die der für die häusliche Versorgung der Kinder erforderlichen ärztlichen und pflegerischen Leistungen. Die Betreuung durch Psychologen, Seelsorger und Sozialarbeiter, aber auch ergänzende Angebote wie eine Musiktherapie für die unheilbar kranken Kinder müssen oft nach wie vor aus Spendengeldern bezahlt werden. Auch der Kleinwagen, mit dem das Team seine Hausbesuche unternimmt, wurde aus Spenden finanziert.

„Die Situation eines sterbenden Kindes ist eine ganz große Ausnahme und erfordert mehr Spezialkompetenz, als von vornherein vor Ort vorhanden ist“, erläutert Prof. Dr. Carl Friedrich Classen, der Ärztliche Leiter von „Mike Möwenherz“. Zu seinem Team gehören momentan neben vier speziell ausgebildeten Schwestern ein zweiter Rostocker Arzt und eine Medizinerin aus Greifswald. Eine weitere Ärztin aus Schwerin hat ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt. 15 Kinder aus allen Landesteilen wurden bereits von „Mike Möwenherz“ betreut. „Bei stabilen Verhältnissen sehen wir sie manchmal nur einmal pro Woche. In Akutphasen ist aber auf Wunsch auch rund um die Uhr jemand bei der Familie zu Hause“, so Prof. Classen.


Auch heute können Teile der Arbeit von „Mike Möwenherz“ nur aus Spenden finanziert werden. Das Spendenkonto:
Verwendungszweck 992098
Universitätsmedizin Rostock
Deutsche Kreditbank AG Rostock, BLZ 120 300 00
Kto. 10109999

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