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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 03:07 Uhr

Wismar/Rostock : Mietpreise steigen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor allem in den Universitätsstädten sind bezahlbare Wohnungen inzwischen rar

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2016 | 11:45 Uhr

Mietpreissteigerungen auf teilweise mehr als 10 Euro je Quadratmeter verdeutlichen nach Ansicht des Mieterbundes dringenden Handlungsbedarf für die Wohnraumförderung in Mecklenburg-Vorpommern. Vor allem in den Universitätsstädten Rostock und Greifswald seien bezahlbare Wohnungen inzwischen äußerst rar.

„In solchen Gegenden mit hoher Nachfrage und einem nicht ausreichenden Angebot muss der Mietwohnungsneubau gefördert werden“, mahnte Kai-Uwe Glause vom Landesmieterverband vor der Jahrestagung am Samstag in Wismar. Bei dem Treffen wollen die Vertreter der landesweit acht Mietervereine einen Fragen- und Forderungskatalog an die Politik verabschieden. Unter anderem soll die staatliche Förderung an Mietobergrenzen gekoppelt werden.

Die von Bund und Land angekündigten Programme seien ein Anfang, aber nicht ausreichend, sagte Glause und verwies auf Studien, nach denen auch in MV bezahlbarer Wohnraum fehle. Gezielte staatliche Förderung hält der Mieterbund auch bei der Sanierung bestehender Wohnbauten für erforderlich. So müssten Anreize für die energetische Sanierung und den weiteren Abbau von Barrieren im Wohnumfeld geschaffen werden. Damit könnten die Umlagen auf die Mieten verringert und der Mietkostenanstieg gebremst werden. Knapp zwei Drittel der Haushalte in MV leben zur Miete.

In Rostock etwa seien die Mietpreise für große Altbau-Wohnungen in guter Wohnlage innerhalb von zwei Jahren von 6,71 Euro auf 7,88 Euro je Quadratmeter gestiegen. „Selbst bei Wohnungen, die 15 Jahre nicht angefasst wurden, werden bei Neuvermietungen leicht mal 100 oder 200 Euro drauf gepackt“, berichtete Glause.

Obwohl die Mieten in Mecklenburg-Vorpommern im Bundesvergleich insgesamt als niedrig gelten, belasten sie die Konsumenten besonders.

Nach Berechnungen des Statistikamtes in Schwerin sind 40,2 Prozent der Ausgaben privater Haushalte für Mieten, Energie, Wohnungsunterhalt und -einrichtung bestimmt. Das ist einer der höchsten Werte aller Bundesländer. Als Durchschnitt errechneten die Statistiker 782 Euro im Monat. Das ist zwar unter Bundesdurchschnitt, allerdings sind die Löhne in MV auch bundesweit die niedrigsten. Die geringsten Wohnausgaben wurden für Sachsen mit 768 Euro, die höchsten für Hessen mit 1066 Euro errechnet.

 

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