Wohnungswirtschaft Nord : Mietpreisbremse ist untaugliches Mittel

Die Mietpreisbreme ist laut Wohnungswirtschaft Nord untauglich

Die Mietpreisbreme ist laut Wohnungswirtschaft Nord untauglich

Über die Lösung des Problems wird seit Jahren heftig gestritten, eine Mietpreisbremse ist jedenfalls keine Lösung, findet die norddeutsche Wohnungswirtschaft

svz.de von
13. Juni 2018, 20:45 Uhr

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) betrachtet die Mietpreisbremse als untaugliches Mittel zur Lösung der Probleme auf den angespannten Wohnungsmärkten. Das Problem sei, dass dadurch keine einzige Wohnung errichtet werde, sagte Verbandsdirektor Andreas Breitner am Mittwoch in Rostock. Dort und Greifswald soll eine derartige Regelung in den kommenden Wochen eingeführt werden.

Dabei fehle es in den besonders nachgefragten Wohnungsmärkten nicht an Sozialwohnungen. „Vielmehr fehlen bezahlbare Wohnungen für Menschen mit mittleren Einkommen, für die Krankenschwester oder den Polizisten“, betonte Breitner. Für sie müssten rasch Wohnungen geschaffen werden, deren Mieten bei um die acht Euro pro Quadratmeter liegen.

Breitner schlug vor, den Verkauf öffentlicher Grundstücke an eine Verpflichtung zu koppeln: Die darauf errichteten Wohnungen sollten 20 oder 30 Jahre lang zu einer Miete angeboten werden, die zehn Prozent unter dem Mietspiegel liegt.

Dem VNW gehören in den drei norddeutschen Bundesländern 341 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften an. Diese vermieten zusammen rund 732 000 Wohnungen, darin leben rund 1,5 Millionen Menschen. Der Anteil am gesamten Mietwohnungsbestand liege damit den Angaben zufolge bei 39 Prozent.

Im vergangenen Jahr investierten die Unternehmen rund 1,66 Milliarden Euro in Neubau, Instandhaltung und Modernisierung. Laut Breitner sollen die Investitionen in diesem Jahr auf 2,2 Milliarden Euro steigen, davon 1,1 Milliarden Euro für den Neubau.

Schwerpunkt des Wohnungsneubaus bleibe Hamburg, sagte Breitner. Dort werde für dieses Jahr mit der Fertigstellung von 2251 Wohnungen gerechnet, in Mecklenburg-Vorpommern 699 und in Schleswig-Holstein 1378. Den Neubaubedarf schätzte der Verbandschef auf rund 80 000 Wohnungen ein.

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