zur Navigation springen

Miete, Sanierung, Kaution: Was sich im kommenden Jahr ändert : Mieter müssen mit höheren Kosten rechnen

vom

Mieter in größeren Städten des Landes müssen im kommenden Jahr mit deutlich höheren Kosten rechnen. Es gibt kaum leerstehende Wohnungen und die Nachfrage ist hoch, daher werden die Mieten voraussichtlich weiter steigen.

svz.de von
erstellt am 27.Dez.2012 | 08:08 Uhr

Rostock/Schwerin | Mieter in größeren Städten des Landes müssen im kommenden Jahr mit deutlich höheren Kosten rechnen. "Es gibt kaum leerstehende Wohnungen und die Nachfrage ist hoch, daher werden die Mieten voraussichtlich weiter steigen", sagte gestern der Landesgeschäftsführer des Mieterbundes, Christian Rudolph. Auf dem Land sei die Entwicklung weniger dramatisch, möglicherweise blieben dort die Mieten auch konstant.

Das neue Jahr bringe wenig gute Neuigkeiten. Voraussichtlich werde im Frühjahr ein neues Bundesgesetz in Kraft treten, so Rudolph. "Für Mieter bringt das nur Nachteile." Das Gesetz soll unter anderem die energetische Gebäudesanierung fördern. "Den Mietern wird während der Sanierung das Recht auf Mietminderung drei Monate lang verwehrt." Außerdem hätten Mieter künftig nach einer Sanierungsankündigung nur noch einen Monat Zeit, um Härtegründe vorzutragen. Das sei zu wenig, um sich schlauzumachen oder beraten zu lassen, sagte Rudolph. Bislang seien drei Monate Zeit gewesen.

Aus Sicht von Rudolph gibt es noch eine weitere "harte Nuss" in dem Gesetz: "Wer die Kaution nicht rechtzeitig überweist, dem kann gekündigt werden. Zudem kann der Mieter bei Zahlungsverzug mit einer einstweiligen Verfügung aus der Wohnung rausgeschmissen werden." Es brauche kein Gerichtsverfahren mehr, in dem beide Seiten angehört werden.

Auch wichtige Gerichtsurteile im Jahr 2012 hätten die Situation von Mietern verschlechtert. So habe der Bundesgerichtshof beispielsweise entschieden, dass ein Vermieter eine Wohnung zum Eigenbedarf auch dann kündigen darf, wenn er die Wohnung zu beruflichen Zwecken nutzen will. In einem anderen Fall habe ein Mieter wegen Schimmels weniger Miete gezahlt und der Vermieter daraufhin gekündigt. Das Gericht habe geurteilt, dass die Kündigung rechtens ist - und es nicht ausreiche, dass die Miete nachgezahlt wird, sobald feststeht, dass die Miete zu stark gemindert wurde. Aufpassen sollten Mieter im kommenden Jahr, wenn ihnen die Kosten für eine Überprüfung des Trinkwassers auf Legionellen in Rechnung gestellt werden sollten, rät Rudolph. "Das ist gesetzlich nicht geregelt und gerichtlich auch noch nicht entschieden, ob die Kosten auf die Mieter umgelegt werden dürfen", sagte der Landesgeschäftsführer des Mieterbundes. Mieter sollten sich in dem Fall von dem Mieterverein vor Ort oder von einem Anwalt beraten lassen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen