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Theater Parchim : Michel mit und ohne Schüssel

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erstellt am 08.Feb.2016 | 14:02 Uhr

„Sing dudeldei Sing dudeldei, der Michel war bekannt“ heißt es in der Titelmusik von Michel aus Lönneberga, einer Anfang  der   70er-Jahre  verfilmten Kinderbuchreihe von Astrid Lindgren. Den ersten  Teil, „Michel in der Suppenschüssel“,  bringt das Mecklenburgische Landestheater Parchim  jetzt  auf die  Bühne. Am Sonnabend feierte das Stück in der Regie von Stefan Haufe in der Stadthalle Premiere. Mit dabei 300 Besucher, die vergnügt die Abenteuer auf dem  liebevoll nachempfundenen  Katthult Hof mitverfolgten.

Darunter  Lea Strübing  mit ihrem Bruder. Dieser trägt nicht nur den gleichen Namen wie die Hauptfigur des Stückes, sondern sieht dem Jungen aus Katthult mit seinen großen blauen Augen und dem hellen Haar  zum Verwechseln ähnlich. Nur müsse  Michel aus Lönneberga härter für seine Streiche büßen, findet Michel aus  Lübz. Denn auf der  Bühne  sperrt Vater Anton (Nils Höddinghausen)  seinen aufsässigen Sohn zum „Nachdenken“ regelmäßig in einen Holzschuppen ein.

Dabei scheint der Fünfjährige nichts Böses im Sinn zu haben. So auch an jenem Dienstag nicht, an dem es Fleischsuppe   gibt. „Meine Lieblingsspeise“ tönt Michel (Carolin Bauer). Deshalb wolle er  auch noch den letzten Tropfen Suppe aus der Schüssel schlürfen. Das Problem: Er bleibt mit dem Kopf stecken. Abhilfe schaffen kann nur der Arzt im Nachbardorf.

Hier löst sich das Problem von allein. „Michel soll sich zur Begrüßung verbeugen und prompt zerspringt die Schüssel“, erinnert sich  der hiesige Michel. Theaterbesuche kennt der  Achtjährige: „Wir sind zum fünften Mal hier“, berichtet der Lübzer. Seine Schwester Lea käme  regelmäßig mit der Schulklasse hierher. „Im Anschluss sprechen wir über die Stücke im Unterricht“, sagt sie begeistert.

Gesprächsstoff  liefert auch Michels nächster Streich. Hier bindet der Lausbub seine Schwester Ida am Nationalfeiertag an einen Fahnenmast und zieht sie  fünf Meter nach oben.  „Wir entschieden uns aus technischen Gründen, die Ida als Stoffpuppe darzustellen“, so Regisseur Stefan Haufe augenzwinkernd.

Dass  Michel allerdings  ein großes Herz besitzt, wird am Ende klar. Hofknecht Alfred (Martin Klinkenberg) erleidet eine Blutvergiftung und bangt um sein Leben. Der Weg zum Arzt scheint im  Schneesturm unmöglich. Trotzdem bringt Michel Alfred in letzter Minute zum Arzt. In diesem Moment trauen sich viele der kleinen Besucher ganz nah an die Bühne, um zu sehen wie Michels „Unfug“ plötzlich in einem  anderen Licht erscheint. 

>> Nächste Vorstellung:  Dienstag, 10 Uhr, Stadthalle Parchim.

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