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Mecklenburg-Vorpommern

17. Dezember 2017 | 20:47 Uhr

Kriminalität : Messer in Hals gerammt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zehn Jahre Haft und Sicherungsverwahrung für 52-jährigen Täter

Viereinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod eines Obdachlosen hat das Stralsunder Landgericht einen Mitbewohner des Wolgaster Obdachlosenzentrums zu einer hohen Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Er sei des Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung schuldig, sagte gestern die Vorsitzende Richterin. 

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 52-Jährige seinem Opfer nach einem Streit ein Messer in den Hals gerammt hatte. Der Mann war verblutet. Zuvor hatte der Täter einen anderen Mitbewohner des Heimes mit einem Knüppel krankenhausreif geschlagen.

Der Täter muss zunächst neun Jahre und sechs Monate in Haft, danach soll er in Sicherungsverwahrung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Gericht begründete die Sicherungsverwahrung mit dem Hang des Täters zum ausgeprägten Alkoholkonsum und den diversen schweren Vorstrafen, die er alle unter dem Einfluss von Alkohol begangen hatte, wie ein Sprecher des Gerichtes sagte. Die Kammer blieb mit ihrem Urteil nur wenig unter der Forderung der Staatsanwaltschaft von zehn Jahren Haft und Sicherungsverwahrung.

Beim Täter wurde unmittelbar nach der Tat ein Alkoholwert von 1,7 Promille gemessen. Er gab im Gegensatz zu den Zeugen an, den 51-Jährigen getötet zu haben, weil dieser im 30 Euro geschuldet haben soll. Erst im Dezember 2013 war der Mann nach einem Gewaltdelikt aus der Haft entlassen worden und stand seitdem unter Führungsaufsicht. Zudem hatte er eine Abstinenzweisung, wie ein Bewährungshelfer berichtete. An das Alkoholverbot hatte sich der Angeklagte aber bereits unmittelbar nach der Entlassung nicht gehalten. Weil er im Juli 2014 fahrlässig einen Brand im Obdachlosenheim gelegt haben soll, zerschlugen sich zudem Pläne für einen Umzug in eine eigene Wohnung.
 

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