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Aschermittwoch der CDU : „Merkel – die gestylt um die Erde eilt“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bundeskanzlerin wird in Demmin auf dem Aschermittwoch der CDU gefeiert wie ein Popstar

von
erstellt am 18.Feb.2015 | 20:30 Uhr

Moskau, Kiew, Berlin, Minsk, Brüssel und gestern Demmin. Das ist der Terminkalender von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in diesen Tagen. Ihr CDU-Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern hatte zum 20. Politischen Aschermittwoch in die Peenestadt eingeladen. Und die Bundesvorsitzende kam, allen Krisenherden in der Welt zum Trotz.

Was für die bayrische CSU die Dreiländerhalle in Passau, ist für die CDU inzwischen die Tennishalle in Demmin, der Austragungsort der größten Aschermittwochveranstaltung der Union. Stehende Ovationen bekam die Kanzlerin schon beim Einmarsch von den fast 2000 Gästen im bis zum letzten Platz gefüllten Saal. Einige standen klatschend auf den Bänken. Die Chefin wurde gefeiert wie ein Popstar.

Aus allen Landesteilen waren die Gäste gekommen. Dietrich Monstadt, Merkels Fraktionskollege im Bundestag, hatte extra einen Bus voller fröhlicher Narren aus Schwerin und Hagenow für das Event organisiert.

Die Strapazen der letzten Tage waren der Kanzlerin nicht anzusehen. „Angela Merkel, die gut gestylt um die Erde eilt“, witzelte von der Bühne „Zeremonienmeister“ Werner Kuhn, im wirklichen Leben vertritt er die CDU im Europaparlament.

Neben Bier und Korn sorgte vor allem der Mann aus Zingst für die Feststimmung. „Demmin braucht kein Stuttgart 21, hier ist der Bahnhof schon unterirdisch,“ legte Kuhn los und erntete damit den Beifall der Einheimischen. „Lieber ein Haus im Grünen als ein Grüner im Haus“, schickte er gleich einen Kalauer hinterher. Tatää, tatää, Tatää.

Einen hatte er noch: „Schäuble hat den festen Willen, der wird die Griechen richtig grillen.“ – Tatää, tatää, Tatää.

Dann endlich war die Kanzlerin dran. Sie trug eine rote Kostümjacke und sorgte für Balsam auf der Parteiseele. Die CDU habe in den vergangenen zwei Jahren bei Bundestags-, Europa- und Kommunalwahlen die meisten Stimmen geholt. „Jetzt müssen wir uns bei den Wahlen in Greifswald, Neubrandenburg und Stralsund behaupten“, schwörte sie die Anhänger auf die Wahlkämpfe in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr ein. Tosender Beifall im Saal. Bundespolitisch kündigte sie an, dass nach Ostern die Regularien zum Mindestlohn geändert werden. „Wir sind für den Mindestlohn, aber gegen ein Ausufern der Bürokratie“, rief Merkel von der Bühne. Nicht jeder Betrieb müsse künftig die Arbeitszeiten aller Beschäftigten protokollieren, versprach sie. Wieder gab es Applaus.

Den größten Beifall bekam die Kanzlerin allerdings, als sie über ihre Russlandpolitik sprach. Friedenspolitik könne nicht gegen, sondern nur mit Russland gestaltet werden. Verstöße gegen das Völkerrecht wie die Annexion der Krim werde man nicht akzeptieren. „Aber wir wollen, dass Russland wieder unser Partner wird“, sagte Merkel fast beschwörend.

Zuvor war CDU-Landesvorsitzender Lorenz Caffier in die Bütt gestiegen. Um die SPD sehe es schlecht aus, meinte der Innenminister. „Aus Till Backhaus ist Trekker-Tilli geworden“, schoss er gegen seinen Kabinettskollgen. Der Saal belohnte den verbalen Haken mit reichlich Beifall. Manuela Schwesig, SPD-Bundesfamilienministerin aus Schwerin, habe sich von einer Küsten-Barby zu einer Tanz-Barby entwickelt. Kein Ballvergnügen würde sie derzeit auslassen, ätzte der 60-Jährige.

Kuhn sorgte charmanter für den karnevalistischen Teil. „Das ist das Schönste das es gibt, die Kanzlerin ist beim Volk beliebt“, trällerte er. Es reimte sich zumindest.




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