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Vogelgrippe : Storch mit H5N8 infiziert - Rostocker Zoo geschlossen

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Verschlossene Türen beim Rostocker Zoo. Bei einem Weißstorch wurde dort der H5N8-Virus nachgewiesen. Er und acht weitere Störche mussten getötet werden.

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2015 | 11:45 Uhr

Vogelgrippe im Rostocker Zoo: Bei einem verendeten Storch ist das hochansteckende Virus H5N8 festgestellt worden, wie Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Donnerstag in Schwerin mitteilte. Zwei weitere Störche seien ebenfalls bereits am Wochenende gestorben, die restlichen neun Störche des Bestandes seien getötet worden. Die weiteren Testergebnisse stehen noch aus. Auch 23 Enten, die im selben Stallgebäude untergebracht waren, seien gekeult worden.

„Ziel ist es, den Krisenherd auszuräumen und die Infektionskette zu unterbrechen“, sagte der Minister. Von der Tötung aller Vögel im Zoo werde abgesehen, sofern es keine weiteren Nachweise des Virus gebe. Es werden nun alle im Zoo gehaltenen Vögel einzeln beprobt und untersucht, wie Direktor Udo Nagel sagte.

Der Zoo hält etwa 500 Vögel, darunter sind 30 streng geschützte und seltene Arten wie Flamingos aber auch heimische Seeadler. Auch Futtermittel und Einstreu werden untersucht. „Es ist ein Rätsel, wie das Virus zu den Vögeln gekommen ist“, sagte Nagel. Sämtliche Vögel im Zoo seien in Stallgebäuden oder überdachten Volieren untergebracht. Der infizierte Storch lebte seit 2011 nach einem Unfall in dem Tiergehege.

Der Zoo war am Donnerstag geschlossen worden. Am Freitag soll das Areal rund um das Darwineum wieder geöffnet werden. Backhaus sagte, im Land bleibe nun die Stallpflicht in Risikogebieten in Gewässernähe bestehen. Sie sollte ursprünglich demnächst gelockert werden. In Rostock sei in einem Radius von zehn Kilometern um den Zoo eine Überwachungszone eingerichtet worden, in der Geflügelhaltungen  untersucht werden. Im Umkreis von drei Kilometern seien etwa 95 Hobby-Gflügelhaltungen bekannt.

„Bislang ist eine Tötung dieser Tiere nicht vorgesehen“, stellte Backhaus klar. Über weitere Maßnahmen werde in Abhängigkeit von den weiteren Untersuchungsergebnissen entschieden. Dass das Geflügel der privaten Kleinsthalter nicht getötet werden müsse, begründete Backhaus damit, dass die Seuche nur in einem kleinen Bestand ausgebrochen sei.

Bei dem Vogelgrippe-Fall in Heinrichswalde (Kreis Vorpommern-Greifswald) Anfang November war dagegen ein Bestand von mehr als 30 000 Puten betroffen. Rund 2000 Tiere starben, die anderen wurden getötet. Gut zwei Wochen später wurde auf der Insel Ummanz bei Rügen das Virus H5N8 erstmals in Europa bei einem Wildvogel - einer Krickente - nachgewiesen.

Erst am Mittwoch war im Norden Sachsen-Anhalts bei zwei Wildenten die Vogelgrippe nachgewiesen worden. Die Tiere waren am 31. Dezember im Zuge der Wildüberwachung geschossen worden. An beiden Tieren hatte das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems das H5N8-Virus nachgewiesen.

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