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Mecklenburg-Vorpommern

12. Dezember 2017 | 03:53 Uhr

Eröffnung : Mela im Zeichen des Tierschutzes

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Diskussion um die richtige Haltung von Schweinen, Hühnern oder Puten ist eines der bestimmenden Themen der Ausstellung.

Begleitet von Protesten hat die größte norddeutsche Agrarmesse, die Mela in Mühlengeez bei Güstrow, begonnen. Tierhaltung und Tierschutz sind in diesem Jahr die bestimmenden Themen der Messe. Auf der Landwirtschaftsschau präsentieren sich bis zum Sonntag mehr als 1000 Aussteller von Lebensmitteln, Landtechnik, Dienstleistungen sowie Tieren; die Rasse Deutsches Landschwein ist Tier der Mela 2014.

Erstmals protestierten während der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung Tierschützer und Bürgerinitiativen gegen die Intensivtierhaltung. Am Randes des Messegeländes zeigten Vertreter des Tierschutzbundes und des Netzwerks „Bauernhöfe statt Agrarbetriebe“ großformatig Ausschnitte aus Filmen, die Tierhalter unerkannt vom Töten nicht lebensfähiger Ferkel aufgenommen hatten. Agrarminister Till Backhaus (SPD) sagte bei der Eröffnung der Mela, er wolle solche Bilder nicht mehr sehen. „Ich wünsche mir, dass es zu einem Umdenken hin zu einer dem Tierschutz verpflichteten Landwirtschaft kommt“.

Während sich der Minister für das Verbandsklagerecht des Tierschutzbundes im Land einsetzt, lehnt Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) dies ab. „Tun Sie nicht so, als brauchten wir das Verbandsklagerecht, um Tiere zu schützen“, sagte er dem Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Beide Seiten sollten lieber miteinander reden.

Schröder kritisierte während der Protestaktion tierquälerische Züchtungen – „das ist Tierquälerei, die gesetzlich sanktioniert ist“, sagte er. Viele Landwirte seien selbst Opfer, da sie gar keine anderen Rassen mehr bekämen und Großbetriebe ihnen keine Luft ließen.

Die Landwirte fuhren in diesem Jahr bei Getreide eine Rekordernte ein, wie das Agrarministerium mitteilte. Im Durchschnitt wurden 86 Dezitonnen Getreide je Hektar geerntet, 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ernährungswirtschaft im Land wächst weiter, sagte Sellering. 40 Prozent des Exports kämen aus dieser Branche. Viele Betriebe seien aber vom russischen Importverbot betroffen. Deshalb sei es wichtig, dass der Gesprächsfaden mit Russland nicht abreiße, betonte er.

Hintergrund:

Hälfte der Lehrstellen nicht besetzt

In den sogenannten grünen Berufen in der Land-, Forst- und Milchwirtschaft ist in Mecklenburg-Vorpommern nur knapp die Hälfte der Ausbildungsplätze besetzt. Wie der Bildungsreferent im Agrarministerium, Karsten Peters, am Donnerstag auf der Agrarmesse MeLa in Mühlengeez bei Güstrow mitteilte, stehen landesweit 2100 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Derzeit gebe es 1030 Lehrlinge. Zum 1. September hätten 321 junge Männer und Frauen eine Ausbildung in der Branche aufgenommen. Die Zahl der neuen Lehrlinge sei mit 300 bis 400 seit drei bis vier Jahren stabil. Eine Ursache für die freien Lehrstellen sieht Peters in mangelnden Zukunftschancen in den Unternehmen.Hälfte der Lehrstellen nicht besetzt

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