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Video: SSC feiert Titel in Schwerin : Meisterliche Meisterfeiern

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SSC-Volleyballerinnen begehen den größten Triumph seit vier Jahren mit Fanparty, Autokorso und Empfängen

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erstellt am 27.Apr.2017 | 19:11 Uhr

Vier Jahre hat es gedauert, vier elendig lange Jahre, ehe die Volleyballerinnen des SSC Palmberg Schwerin endlich wieder dort sind, wo sie zuvor schon zehnmal waren und wohin sie unbedingt zurückwollten: auf dem Thron des deutschen Meisters.

Als die Titelabstinenz am Mittwochabend um 20:17 Uhr beendet war, war es auch sofort mit der Abstinenz vorbei. Nur Sekunden nach dem letzten Ballwechsel hatte  Trainer  Felix Koslowski schon sein erstes Weißbier – aber nicht am Hals, sondern in schönster FC-Bayern-Manier literweise über den Kopf gegossen.  Gerechter Lohn für den ersten Titelgewinn des 33-jährigen Trainers, den Fans des Erzkontrahenten  Dresdner SC, der zuletzt dreimal in Folge Meister war,  schon als „Felix Titellos“ verspottet hatten.

Am Mittwochabend hat der SSC es allen Kritikern gezeigt – und ebenso der Trainer. Nicht nur, wie man Meister wird, sondern auch, wie ein Meistertrainer seines Amtes waltet.  Selbst noch patschnass, „rächte“ sich der Meistermacher wenig später mit ausgiebigen Champagner-Duschen aus der Magnumflasche an seinen Spielerinnen.

„Das ganze Drumherum um den Gewinn der Meisterschaft ist unbeschreiblich“, jubelte Zuspielerin Lexi Dannemiller und ergänzte: „Ich persönlich finde ja, dass Champagner irgendwie ganz schön stinkt, aber das ist es wert. Jetzt machen wir Party die  ganze Nacht lang, das ist ganz klar.“

Nach drei Stunden Meisterfeier und Freibier mit Fans und Sponsoren im VIP-Raum der heimischen Palmberg-Arena zog die Mannschaft gegen Mitternacht noch weiter ins Bolero am Schweriner Pfaffenteich. „Der Abend war einfach perfekt, er hätte nicht besser sein können. Endlich sind wir wieder deutscher Meister“, jubelte noch Lousi Souza Ziegler, die schon bei den Meisterschaften von 2009 und 2013 im Team des SSC stand.

 

Mit Ehemann Jens, der zugleich als Physiotherapeut des SSC-Sechsers fungiert,  hat sie  ihren größten Fan immer  gleich ganz dicht am Spielfeldrand dabei. Zugleich war sie am Mittwoch aber auch der Hauptgrund dafür, dass der aktuelle Triumph des SSC selbst in ihrer brasilianischen Heimat nicht unbemerkt geblieben war: „Meine Schwester hat das Spiel live im Internet gesehen und dann meine Mutter angerufen, als unser Meistertitel feststand.“

Bei der Meisterparty hielt der Schweriner Publikumsliebling – nach eigener Aussage  – bis gegen 2 Uhr durch. „Andere waren noch eine Stunde länger  unterwegs“ , sagt Lousi. Und manch eine soll sogar durchfeiernd noch den Sonnenaufgang erlebt haben…

Eingedenk dessen präsentierten sich die Championessen bei ihrem Termin-Marathon taufrisch und damit so gar nicht in der vom Fußball  bekannten Meistermanier. Volleyballerinnen messen ihren Spaß  beim  Feiern halt nicht in Promille.

Der wohl größte Renner des Tages war zweifellos das langsame Dahingleiten im Autokorso durch die Straßen Schwerins auf den Rückbänken  von eigens dafür gecharterten acht Cabrios – sieben schwarzen und einem weißen. „Für mich ist es der erste Autokorso. Ich freu mich schon riesig“, sagte Mittelblockerin Marie Schölzel kurz vor der Abfahrt des Korsos mit Polizeieskorte  am Nachmittag. Außerdem: Was gibt es Besseres als solch eine entspannte Zeit gemeinsam mit gleich vier US-Amerikanerinnen im Team zu verbringen, wenn  tags darauf die Abitur-Prüfung in Englisch auf einen wartet?

 

Auch ohne Prüfung vor der Brust  war Diagonalspielerin Louisa Lippmann ebenso vom Autokorso angetan.  „Ich bin schon sehr gespannt. Auch von Dresden kenne ich so etwas nicht“, sagte die einzige aktuelle Titelverteidigerin der Bundesliga, die 2016 (mit dem Dresdner SC) und jetzt eben mit dem SSC Meisterin wurde und die sich obendrein über den Titel der MVP der Saison, der  wertvollsten Spielerin der Liga, freuen durfte.

Das hätte der Ministerpräsident wohl auch nicht gedacht: Mit der kiloschweren Meisterschale in der Hand bekam Erwin Sellering  sicherlich einen ganz eigenen Eindruck davon, was Volleyballerinnen für ihren Erfolg so wegschaffen müssen.
Das hätte der Ministerpräsident wohl auch nicht gedacht: Mit der kiloschweren Meisterschale in der Hand bekam Erwin Sellering sicherlich einen ganz eigenen Eindruck davon, was Volleyballerinnen für ihren Erfolg so wegschaffen müssen.
 

Mit den Cabrios ging es zunächst zur Staatskanzlei, wo der frischgebackene Meister von MV-Ministerpräsident Erwin Sellering, der sich nach Möglichkeit kein Spiel des SSC entgehen lässt, herzlich empfangen wurde. Und auch im Rathaus machte die Kawalkade der Meisterinnen Station, um sich unter den Augen von Schwerins OB Dr. Rico Badenschier ins Goldene Buch der Landeshauptstadt einzutragen, ehe ein Abstecher zum NDR und das festliche Abendessen die Feierlichkeiten abschlossen.

<p>In Memmingen im tiefen Süden ist Lenka Dürr geboren, in Schwerin im hohen Norden trug sich die Libera des SSC ins Goldene Buch der Stadt ein. Und das wie all ihre Mitspielerinnen vollauf verdient.</p>

In Memmingen im tiefen Süden ist Lenka Dürr geboren, in Schwerin im hohen Norden trug sich die Libera des SSC ins Goldene Buch der Stadt ein. Und das wie all ihre Mitspielerinnen vollauf verdient.

 

„Jetzt freuen wir uns ein paar Tage uneingeschränkt über unseren Meistertitel und dann nehmen wir die Planung der neuen Saison in Angriff. Das wird spannend. Wir haben eine junge, erfolgshungrige Mannschaft, von der man noch viel erwarten darf“, wirft Felix Koslowski der Konkurrenz schon den Fehdehandschuh hin.

 

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