zur Navigation springen

Mehrgenerationenhäuser bangen um Fortbestand

vom

svz.de von
erstellt am 21.Aug.2013 | 10:41 Uhr

Schwerin | Mit Sorge schauen die Betreiber der 22 Mehrgenerationenhäuser im Land in die Zukunft. Die Bundesregierung will Ende 2014 nach sieben Jahren die Förderung der Begegnungsstätten einstellen. "Vom Land gibt es zwar über die Arbeit dieser Einrichtungen viele zustimmende Worte, jedoch kein finanzielles Engagement", kritisiert der Landtagsabgeordnete der Linken, Torsten Koplin. Seine Fraktion hat darum für heute eine öffentliche Anhörung des Landtags-Sozialausschusses zur Problematik beantragt.

Bislang fördert die Bundesregierung jede dieser Einrichtungen mit 30 000 Euro pro Jahr. "Das sind bescheidene Mittel, die aber schon zu so vielen Synergien geführt haben", so Koplin. Täglich suchen fast 150 Menschen jedes der Mehrgenerationenhäuser im Land auf - etwa ein Drittel mehr als der bundesweite Durchschnitt. Das Sozialministerium betont denn auch seine Wertschätzung. Die Begegnungsstätten seien "als Teil der kommunalen Familienpolitik den Kommunen in zentralen Bereichen der Daseinsvorsorge ein wertvoller Partner geworden", so Sprecher Christian Moeller. Nach seinen Angaben würden alle Länder große Anstrengungen unternehmen, um mit der Bundesregierung vor Ende der Förderperiode ein Anschlusskonzept zur Weiterförderung der Mehrgenerationenhäuser zu entwickeln. Die Jugend- und Familienministerinnenkonferenz habe Anfang Juni einstimmig einen solchen Beschluss gefasst.

Linken-Politiker Koplin geht das nicht weit genug: "Ich erwarte ein Bekenntnis des Landes, sich gemeinsam mit den Kommunen dafür zu engagieren, dass die Mehrgenerationenhäuser eine Zukunft haben." Die Länder Rheinland-Pfalz und Niedersachsen engagierten sich bereits gemeinsam mit den Kommunen für die dortigen Mehrgenerationenhäuser, so Koplin. Das müsse doch auch hier möglich sein.

Das leistungsfähige und innovative Netz der Mehrgenerationenhäuser sollte sich das Land für die soziale und gesellschaftliche Arbeit nicht entgehen lassen, betont auch Dr. Inken Balla, die als Leiterin des Familien-, Freizeit- und Lernberatungszentrums der AWO in Güstrow heute vor dem Sozialausschuss die Erfahrungen und Erwartungen "ihres" Mehrgenerationenhauses darlegen wird. Das Land könne sich der Einrichtungen bedienen und aktuelle soziale Aufgabenfelder in die Fläche bringen, so Balla. "Das bedarf aber auch der finanziellen Absicherung durch alle Nutznießer."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen