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Zoll in MV : Mehr Waffen, mehr Pakete und mehr Bußgeld

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zoll beschlagnahmt mehr Waffen und verhängt höhere Bußgelder

svz.de von
erstellt am 13.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Der Zoll in Mecklenburg-Vorpommern hat 2015 bei Kontrollen deutlich mehr Waffen beschlagnahmt und höhere Bußgelder wegen Schwarzarbeit verhängt. Das geht aus der Jahresbilanz des Hauptzollamtes Stralsund hervor, die gestern veröffentlicht wurde. So wurden landesweit bei mobilen Kontrollen 1120 Messer, Schlagringe und Schreckschusspistolen eingezogen, etwa fünfmal mehr als 2014. „Das meiste sind Messer“, sagte ein Sprecher.

Schreckschusswaffen würden immer häufiger in Polen gekauft, ohne die nötige Berechtigung dafür zu besitzen. Das Stralsunder Amt ist das einzige Hauptzollamt im Nordosten mit knapp 1000 Zollmitarbeitern.

Deutlich gesunken sei dagegen die Zahl der beschlagnahmten Zigaretten und Feuerwerkskörper, die mit 3600 nur ein Drittel so hoch war wie 2014. Die als gefährlich eingestuften „Polen-Böller“ hatten Ende März und zum Jahreswechsel für zwei Explosionen auf Märkten südlich von Stettin und in Swinemünde gesorgt. Dabei waren elf Menschen verletzt worden.

Bei Prüfungen wegen Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung wurden Schäden von 12,5 Millionen Euro aufgedeckt – eine Million Euro weniger als im Vorjahr – und Bußgelder in Höhe von 1,5 Millionen Euro festgesetzt. 2014 waren es 600 000 Euro an Geldstrafen gewesen. Kontrolliert wurden 15 800 Beschäftigte und 1420 Arbeitgeber, etwa 4000 weniger als 2014. „Wir prüfen mehr in die Tiefe, um Strukturen aufzudecken“, sagte der Zollsprecher. So sei in Stralsund ein größerer Fall eines Kita- und Altenheimbetreibers aufgedeckt worden. Der 61-jährige Geschäftsführer habe mit einer Mitarbeiterin über Jahre falsche Arbeitszeitangaben verbucht und so den Stundenlohn drastisch gekürzt. Der Fall wurde nach mehrjährigen Ermittlungen aufgedeckt. Der Mann sei vom Träger entlassen und im Sommer 2015 vom Amtsgericht zu acht Monaten Haft verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Er habe mit seiner Mitarbeiterin 162 000 Euro an Sozialabgaben hinterzogen.

Mit dem steigenden Internethandel muss der Zoll auch dort mehr „hinschauen“. So wurden 25 000 Postsendungen aus Ländern kontrolliert, die nicht zur EU gehören, etwa 20 Prozent mehr als in den Vorjahren. Dabei wurden unter anderem 6200 gefälschte Tabletten, mit Giftstoffen belastete Kleidung und Spielzeug sowie elektrische Geräte mit eklatanten Sicherheitsmängeln sichergestellt.

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