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Chancengleichheit : Mehr Unterhalt für Alleinerziehende

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

2200 Kinder in Mecklenburg-Vorpommern profitieren vom neuen Gesetz

von
erstellt am 18.Aug.2017 | 20:55 Uhr

Das neue Gesetz zum Unterhaltsvorschuss ist in Kraft. Viele Alleinerziehende werden damit künftig finanziell besser gestellt. Denn rückwirkend ab 1. Juli gibt es mehr und länger Geld für Kinder, wenn ein Elternteil seine Unterhaltspflicht nicht erfüllt und Vater Staat einspringen muss. In Mecklenburg-Vorpommern profitieren nach Schätzungen des Schweriner Sozialministeriums etwa 2200 Kinder und Jugendliche von der neuen Regelung.

„Die Neuerung bringt wesentlich mehr Chancengerechtigkeit“, sagte Nikolaus Voss, Staatssekretär im Schweriner Sozialministerium. Bislang erhielten Kinder die staatlichen Ersatzzahlungen vom Jugendamt nur bis zum zwölften Geburtstag und höchstens sechs Jahre lang. Nach der Gesetzesänderung entfällt die Befristung, und der Anspruch gilt bis zum 18. Lebensjahr eines Kindes. Die Neuregelungen waren bereits am 1. Juni vom Bundestag und einen Tag später vom Bundesrat verabschiedet worden. Sie traten aber erst mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am Donnerstag in Kraft.

Die Höhe des staatlichen Unterhaltsvorschusses beträgt bis zum fünften Lebensjahr 150 Euro monatlich. Für Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren sind 201 Euro vorgesehen. Vom 12. bis zum 18. Lebensjahr gibt es 268 Euro.

Nach der alten Regelung erhielten in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr 14    620 Kinder Unterhaltsvorschuss vom Staat. 90 Prozent der Alleinerziehenden sind Mütter.

Nach Angaben aus dem Sozialministerium lag die Gesamtsumme, die der Bund, das Land sowie die Landkreise und kreisfreien Städte in Mecklenburg-Vorpommern für den Unterhaltsvorschuss 2016 bezahlt haben, bei 29,2 Millionen Euro. 5,8 Millionen Euro konnten von den zahlungsunwilligen Elternteilen zwar eingetrieben werden. Es blieb aber eine Restsumme von 23,4 Millionen Euro.

Mit dem neuen Gesetz trägt der Bund 40 Prozent der Kosten für den Unterhaltsvorschuss, das Land ist mit 51,67 Prozent beteiligt und die Landkreise und kreisfreien Städte schultern exakt 8,33 Prozent.

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