zur Navigation springen

Verkehrsunfallbilanz : Mehr Unfälle auf Straßen in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

56077 Zusammenstöße registrierte die Polizei 2015 – 3019 mehr als im Jahr zuvor

von
erstellt am 26.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Das zweite Jahr in Folge ist die Zahl der Verkehrstoten in Mecklenburg-Vorpommern gestiegen. Im vergangenen Jahr starben 93 Menschen bei Unfällen auf den Straßen des Landes, teilte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gestern bei der Veröffentlichung der Verkehrsunfallbilanz 2015 mit. 2013 wurde mit 80 tödlich Verunglückten der niedrigste Stand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns registriert. Ein Jahr später waren es 92 Verkehrstote. Auch die Gesamtzahl der Unfälle ist gestiegen. 56 077 Zusammenstöße registrierte die Polizei 2015 – 3019 mehr als im Jahr zuvor.

Ein Erklärungsversuch: „Die Entwicklung ist vorrangig auf ein erhöhtes Verkehrsunfallgeschehen in den Sommermonaten zurückzuführen“, sagte Innenminister Lorenz Caffier. Im Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern sei in den Sommermonaten nicht nur das Verkehrsaufkommen deutlich höher, sondern auch die Gefahr, bei einem Unfall zumindest leicht verletzt zu werden.

Der designierte Inspekteur der Landespolizei, Wilfried Kapischke, erinnerte daran, dass auch deutschlandweit ein Anstieg bei den Unfallzahlen zu beobachten ist. Auf die Bevölkerung gerechnet hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 58,2 Verkehrstoten auf eine Million Einwohner die viertschlechteste Bilanz aller Bundesländer. Nur in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen ist die Gefahr, bei einem Verkehrsunfall tödlich zu verunglücken, noch höher als in Mecklenburg-Vorpommern.

In der Reihenfolge der häufigsten Unfallursachen steht das Nichtbeachten der Vorfahrt an erster Stelle – gefolgt von überhöhter Geschwindigkeit, Alkohol am Steuer, Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes und falschem Überholen. Bei Alkoholunfällen wurden 230 Menschen zum Teil schwer verletzt und sechs getötet.

Bei Verkehrskontrollen wurden 2015 deutlich mehr Alkoholsünder aus dem Verkehr gezogen als in den Vorjahren. 3848 Autofahrer wiesen bei Kontrollen mehr als 0,5 Pomille im Blut auf. 2867 von ihnen lagen sogar über 1,2 Promille und wurden mit einem Strafverfahren belegt. „Das Unrechtsbewusstsein, durch Trunkenheitsfahrten gegen Normen zu verstoßen, ist oftmals nicht sehr ausgeprägt“, sagte Innenminister Caffier. Darum fordere er schon länger die 0,0-Promille-Grenze für alle Fahrzeugführer. „Dann wissen alle Bescheid, was geht und was eben nicht geht“, so Caffier.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen