Mehr Toleranz im Job gefordert

Kabarettist Holger Edmaier zeigte auf der CSD-Bühne sein Können.
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Kabarettist Holger Edmaier zeigte auf der CSD-Bühne sein Können.

svz.de von
08. Juli 2012, 06:26 Uhr

Altstadt | Pünktlich zum Start setzte am Sonnabend der Regen ein: Als die Wagen der Schweriner CSD-Parade vom Südufer des Pfaffenteiches aus aufbrachen, ging ein kräftiger Schauer nieder. Die gute Stimmung der etwa 350 Teilnehmer konnte die Nässe allerdings nicht trüben. Singend und tanzend zoge n sie auf den bunt geschmückten Fahrzeugen durch die Innenstadt, forderten mehr Toleranz für Lesben und Schwule. Und als nach dem Umzug am Südufer das große Straßenfest begann, schien auch wieder die Sonne.

Unter dem Motto "Queer @ Work - Arbeit sucht Vielfalt" stand in diesem Jahr der Christopher Street Day. Damit wollten die Organisatoren die Probleme in den Mittelpunkt rücken, die Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle nach wie vor im Berufsalltag haben. "Wir möchten für Lösungsansätze plädieren, die zu mehr Offenheit und Akzeptanz sowie zum Abbau von Diskriminierungen führen können", sagte der Vorsitzende des Schweriner CSD-Vereins, Norbert Reinsch. Er bedauerte, dass es der Landtag abgelehnt habe, einen Aktionsplan gegen Homophobie für MV zu erarbeiten.

Sozialstaatssekretär Nikolaus Voss, der für Ministerpräsident Erwin Sellering einsprang, versicherte den Aktiven des CSD trotzdem die Unterstützung des Landes. Niemand dürfe wegen seiner sexuellen Orientierung benachteiligt werden, das sei die Botschaft des CSD. "Und dass Lesben und Schwule an ihrem Arbeitsplatz diskriminiert werden, ist nicht hinnehmbar", sagte Voss mit Blick auf das Motto des diesjährigen Aktionstages. "Es ist gut, dass es den CSD in Schwerin gibt", unterstrich auch Vize-Oberbürgermeister Dr. Wolfram Friedersdorff. Die Stadt präsentiere sich mit der Veranstaltung als tolerant und weltoffen.

In einer Diskussionsrunde auf der CSD-Bühne ging es um das Thema "Coming out in der Schule". Über negative und positive Erfahrungen sollte gesprochen werden und Möglichkeiten der Unterstützung für lesbische und schwule Jugendliche. Traditionell bereits werden beim CSD die politischen Reden und Debatten durch ein um fangreiches Bühnenprogramm begleitet. In diesem Jahr standen der Kabarettist Holger Edmaier, der Lieder macher Pit Strehl und die drei Ladies von Sweet Sugar Swing auf der Bühne. Bei einem Moment des Innehaltens wurde der Menschen gedacht, die an Aids gestorben sind.

CSD-Vereinschef Reinsch zog ins gesamt eine überaus zufriedene Bilanz des Aktionstages, der wiederum Höhepunkt einer Kulturwoche mit Filmabenden, Buchlesungen und Informationsveranstaltungen war. "Wir haben eine große Öffentlichkeit erreicht", so Reinsch. Viele CSD-Teilnehmer, auch auf der Abschlussparty im "M8", hätten ihm ein positives Feedback gegeben. Fest stehe deshalb schon heute: Im kommenden Jahr werde es wieder einen CSD in Schwerin geben.

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