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MV mit Spitzenplatz bei Studenten mit Berufsausbildung : Mehr Studenten ohne Abi

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Geringe Studierquoten, hohe Studienabbrecherzahlen aber immer mehr Studienanfänger ohne Abitur: Im letzten Jahr hat MV bei beruflich qualifizierten Studienanfängern seinen zweiten Platz weiter ausgebaut.

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2013 | 07:50 Uhr

Schwerin | Geringe Studierquoten, hohe Studienabbrecherzahlen aber immer mehr Studienanfänger ohne Abitur: Unter allen Bundesländern hat Mecklenburg-Vorpommern mit einer Quote von 3,7 Prozent sogenannter beruflich qualifizierter Studienanfänger seinen zweiten Platz hinter Nordrhein-Westfalen mit 4,7 Prozent im letzten Jahr weiter ausgebaut. Die Fachrichtungen, in denen ohne Abitur vor allem studiert wird, sind nach Auskunft des Bildungsministeriums in Schwerin überwiegend technischer Natur. Die Voraussetzungen für den Hochschulzugang Berufstätiger ergeben sich aus dem Landeshochschulgesetz. Demnach wird Meistern oder vergleichbar Qualifizierten die allgemeine Hochschulreife zuerkannt. Deutschlandweit ist die Zahl der Studienanfänger ohne Abitur und Fachhochschulreife auf rund 12 000 gestiegen.

Doch trotz der positiven quantitativen Entwicklung stehen Studieninteressierte ohne Abitur und Fachhochschulreife noch vor großen Hürden. "Die Regelungen in den Bundesländern sind immer noch sehr unterschiedlich und für beruflich Qualifizierte gibt es viel zu wenig Beratungsmöglichkeiten", sagt Dr. Sigrun Nickel, Projektleiterin im Centrum für Hochschulentwicklung in Güthersloh.

Für Simone Oldenburg, Schulleiterin und Bildungsexpertin der Linkspartei im Landtag MV, stehen die großen Zuwachszahlen bei den Studenten ohne Abi im direkten Gegensatz zur äußerst geringen Akademisierungsquote. Unser Bundesland belegt den vorletzten Platz bei der Zahl Studierender in einer Altersstufe. Nur 26,8 Prozent eines Altersjahrgangs an allgemeinbildenden Schulen erreichte laut Bildungsmonitor 2012 eine Studienberechtigung. Im Bundesdurchschnitt sind es 31 Prozent. Auch wenn sich die Quoten in den letzten Jahren verbessert haben: Die beruflichen Schulen tragen weiterhin kaum etwas zur Akademisierung der Bevölkerung bei. Mit 10,6 Prozent der Einwohner legte der geringste Anteil bundesweit das Abitur auf diesem Bildungsweg ab (Durchschnitt: 19,5 Prozent). Auch duale Studiengänge sind bislang in Mecklenburg-Vorpommern wenig verbreitet. Oldenburg: "Der Zuwachs bei den Studenten ohne Abitur zeigt aber, dass mehr studieren wollen als es derzeit tun. Da stimmt etwas mit dem Abi nicht." Johannes Saalfeld, Landtagsabgeordneter der Grünen, sieht die Ursache darin, dass Unis und Hochschulen zu wenig an den Schulen werben. "Der Kontakt zwischen Schulen und Hochschulen ist in MV sehr schlecht", kritisiert er. Mittel aus dem Hochschulpakt würden für Defizite in der Lehre verwandt, statt für den Übergang von der Schule zur Hochschule. Derzeit sind 39 900 Studenten in MV eingeschrieben.

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