Mecklenburg-Vorpommern : Mehr Sitzenbleiber an Gymnasien

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Linke sieht Tohuwabohu bei Zugangsvoraussetzungen als Hauptursache.

Karin.jpg von
21. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern, die eine Klasse wiederholen wollen oder müssen, wächst von Jahr zu Jahr. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Landtagsfraktion hervor. Deren Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin Simone Oldenburg beobachtet vor allem an den Gymnasien eine signifikante Erhöhung der Wiederholer-Quote. Während im Schuljahr 2015/2016 von Klasse 8 bis 12 noch 662 Schüler eine Jahrgangsstufe wiederholten (2,5 Prozent), stieg diese Zahl im Schuljahr 2016/2017 auf 3,0 Prozent (776 Schüler).

Oldenburg zufolge hat ein Drittel der Schülerinnen und Schüler, die in der 7. Klasse ans Gymnasium wechseln, keine Empfehlung für diesen Bildungsgang. Zum großen Teil blieben sie aber dennoch am Gymnasium. Zudem gebe es im Land keine einheitlichen Zugangsbedingungen fürs Gymnasium. „Das Schulgesetz schreibt für den Wechsel nach Klasse 7 einen Durchschnitt besser als 2,5 vor“, so Oldenburg. Ausgerechnet für den Übergang nach der 6. Klasse aber gebe es keine einheitliche Regelung. Die Folge sei, dass einige Schulen einen Durchschnitt von 2,0 zugrunde legten, andere 2,5 und wieder andere nur die Bewertung der Hauptfächer betrachteten.

 

„Es herrscht ein Tohuwabohu. Den Schulen fehlt der rechtliche Rahmen als Grundlage für ihre jeweilige Entscheidung“, rügt Oldenburg. Bis zum Beginn des nächsten Schuljahres müsse die Landesregierung Abhilfe schaffen und einheitliche Zugangsbedingungen fürs Gymnasium festlegen. Oldenburg spricht sich dafür aus, einen Durchschnitt von 2,5 zum Maßstab zu machen. „Nur so ist eine Vergleichbarkeit möglich. Der Elternwille muss dabei selbstverständlich unangetastet bleiben.“

Er sei „erstaunt über die Äußerung von Frau Oldenburg, weil sie etwas fordert, was in der Inklusionsstrategie des Landes längst enthalten ist“, reagierte der Sprecher des Bildungsministeriums, Henning Lipski. An deren Erarbeitung sei schließlich auch die Linke beteiligt gewesen.

„Stimmt“, kontert Oldenburg – allerdings sei die Strategie noch gar nicht umgesetzt. Lipski daraufhin: „Die Umsetzung der verbindlichen Standards bei der Schullaufbahnempfehlung soll im Zuge der Schulgesetznovelle erfolgen“.

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