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Mecklenburg-Vorpommern

26. September 2017 | 07:40 Uhr

Bildung MV : Mehr Referendare an Schulen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Linke kritisieren Ausbildungsbedingungen künftiger Lehrer

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Wenn am Montag das zweite Schulhalbjahr beginnt, werden vor den Klassen so viele Referendare wie seit Langem nicht stehen: 648 angehende Lehrkräfte absolvieren dann nach Angaben des Bildungsministeriums ihren Vorbereitungsdienst an den öffentlichen Schulen des Landes. 2016 waren es 555 Referendarinnen und Referendare, ein Jahr zuvor 539. Im Jahr 2010 hatten nach Ministeriumsangaben lediglich 186 angehende Lehrerinnen und Lehrer ihren Vorbereitungsdienst an Schulen in MV verrichtet.

Laut Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) sind die Einstellungschancen besonders gut, weil demnächst viele erfahrene Lehrkräfte in den Ruhestand gehen. Das gelte vor allem für Grund-, Förder- und Regionale Schulen. „Das Land hat in den vergangenen Jahren viel dafür getan, dass der Lehrerberuf attraktiver wird. Dazu zählen unter anderem bessere Verdienstmöglichkeiten und die Verbeamtung, die für junge Menschen besonders wichtig ist“, betont die Ministerin, die resümiert: „Der Lehrerberuf ist bei uns im Land ein Beruf mit Zukunft.“

Die Bildungsexpertin der Linken-Fraktion im Landtag, Simone Oldenburg, hält der positiven Einschätzung der Ministerin Zahlen entgegen, die deren Haus gerade in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken zusammengetragen hat. Danach gibt es laut Oldenburg 318 unbesetzte Referendarsstellen, davon 43 an Grundschulen, 83 für angehende Sonderpädagogen und 165 an Regionalen Schulen. „Dieser Umstand führt dazu, dass sich der Lehrermangel auf ca. 400 bis 500 unbesetzte Stellen im kommenden Schuljahr erhöhen wird“, so Oldenburg. Derzeit seien bereits mehr als 100 Lehrerstellen nicht besetzt.

Oldenburg zufolge liegt die große Zahl unbesetzter Referendariatsplätze einerseits daran, das die Frist zwischen Studienabschluss und Einstellungstermin zu kurz ist. Vor allem aber seien die unbesetzten Stellen eine Folge der schlechten Ausbildungsbedingungen an den Schulen: „Nach einer Einarbeitungszeit müssen Referendare zehn Stunden pro Woche eigenständig unterrichten. Ihre Mentoren haben aber nur eine Wochenstunde, um sie zu begleiten“, rügt die Linken-Politikerin. Nötig wären ihrer Meinung nach pro Woche mindestens fünf Hospitationsstunden und zwei weitere für die Unterrichtsvor- und -nachbereitung.

Tatsächlich würde das Land durch den eigenständigen Unterricht, den Referendare geben, jedes Jahr dutzende Lehrerstellen einsparen. Und: „Referendare bekommen an Ausbildungsvergütung nur ein Drittel dessen, was ein Lehrer erhält“, so Oldenburg. Leidtragende des Ganzen seien vor allem die Kinder und Jugendlichen, deren Unterrichtsbedingungen sich verschlechterten.

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