Lehramt in MV : Mehr Referendare an Gymnasien

Zwei Lehramtsanwärter klagten gegen Ablehnung und bekamen Recht. 30 zusätzliche Lehrerstellen sollen Problem lösen

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26. November 2015, 08:00 Uhr

Gute Nachrichten für Lehramtsanwärter: Das Bildungsministerium will beginnend mit dem Einstellungstermin 1. Februar 2016 deutlich mehr Referendariatsstellen an Gymnasien anbieten. „Wie viele zusätzliche Plätze das sein werden, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, wir rechnen mit etwa 50 Stellen“, sagte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) gegenüber unserer Redaktion.

In den vergangenen Jahren konnten viele Bewerber um einen der insgesamt etwa 120 Referendariatsplätze an den Gymnasien des Landes nicht berücksichtigt werden, weil die zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze nicht ausreichten. Insbesondere in der Fachkombination Deutsch und Geschichte hatten Bewerber schlechte Aussichten. Dagegen blieben Stellen in anderen Lehramtsbereichen, beispielsweise an regionalen Schulen oder in der Sonderpädagogik leer, weil dort das Interesse geringer ist. Im kommenden Jahr sollen erstmals die unbesetzten Stellen aus diesen Bereichen den bislang unberücksichtigten Bewerbern im Gymnasialbereich angeboten werden. Für den Einstellungstermin 1. Februar 2016 war die Bewerbungsfrist zum 16. Oktober 2015 abgelaufen. „Wir sondieren, wie viele Plätze für eine Nachausschreibung zur Verfügung stehen“, erläuterte Brodkorb.

Es gibt allerdings Probleme: Wenn mehr Referendare an einem Gymnasium unterrichten als ursprünglich geplant, bleiben weniger Unterrichtsstunden für die Stammlehrerschaft. Dadurch besteht die Gefahr, dass gestandene Lehrer Stunden an anderen Schulen geben müssen. „Das stiftet Unfrieden, deshalb haben wir uns entschlossen, 30 Lehrerstellen an den Gymnasien des Landes zusätzlich einzurichten“, so Brodkorb. Damit können die Schulen den Schülern weitergehende Angebote machen. So würden beispielsweise Lehrer, die Stunden an Referendare abgeben, sich um die Begabtenförderung kümmern.

Hintergrund: Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald hatte im August zwei Klägern Recht gegeben, die sich um ein Referendariat an einem Gymnasium beworben hatten und abgelehnt wurden, obwohl es freie Referendariatsstellen in anderen Lehramtsbereichen gab. Zwar habe das Urteil aus Sicht des Schweriner Bildungsministeriums keinen Präzedenzcharakter. „Aber wir nehmen die Argumente des Gerichts ernst“, so Minister Brodkorb.

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