zur Navigation springen

Maßnahmekatalog : Mehr Pflegegeld für Demenzkranke

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr Betreuung, höhere Kostenübernahme, Kurzzeitpflege: Bund stellt Maßnahmekatalog vor

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will die Lage der Demenzkranken in Deutschland verbessern. „Wir brauchen eine bessere Zusammenarbeit in der Versorgung von Demenzkranken von Haus- und Fachärzten mit den Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und den Institutionen, die spezielle Beratungen anbieten“, erklärte Gröhe gestern im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. Notwendig sei ein Umdenken in der gesamten Gesellschaft. „Genauso, wie es heute normal ist, abgesenkte Bürgersteige und Rampen für Rollstuhlfahrer zu bauen, so muss es Normalität werden, auf die Bedürfnisse von Demenzkranken zu achten.“ Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und Ämter müssten sich besser auf altersverwirrte Menschen einstellen. „Da fehlt es oftmals an geübter Praxis und an der Qualifizierung des Personals“, sagte Gröhe.

Heute will die Bundesregierung die Agenda „Gemeinsam für Menschen mit Demenz“ vorstellen. Diese enthält einen Maßnahmenkatalog, der unter anderem von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft sowie von Bund, Ländern, Kommunen und den Spitzenverbänden der Gesundheitswirtschaft entwickelt wurde. Die Bundesregierung will die Leistungen für die Pflege zu Jahresbeginn 2015 aufstocken. Für die Versorgung der Menschen zu Hause sollen 1,4 Milliarden Euro im Jahr zusätzlich fließen, die Pflege in Heimen oder anderen Einrichtungen wird mit einer Milliarde Euro zusätzlich unterstützt. Unter anderem soll es zusätzliche Betreuungskräfte in Pflegeeinrichtungen geben. Die Kostenübernahme für Unterstützung bei der Pflege zu Hause wird verbessert. Es sollen zudem mehr Möglichkeiten für Kurzzeitpflege geschaffen werden. Demenzkranke in der Pflegestufe 0 erhalten ab dem kommenden Jahr die gleichen Hilfen wie Pflegebedürftige mit körperlichen Einschränkungen.

Gröhe forderte eine offene gesellschaftliche Debatte über Demenzerkrankungen. „Demenz darf kein Tabu sein“, sagte der CDU-Politiker. Oftmals würden die Menschen erste Anzeichen einer Erkrankung verdrängen und sich dafür schämen. „Das führt noch immer allzu oft dazu, dass die erforderliche Hilfe und Unterstützung nicht oder nicht frühzeitig genug in Anspruch genommen wird“, so der Gesundheitsminister weiter. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leiden aktuell 1,5 Millionen Menschen an einer Demenzerkrankung, bis 2050 könnten es nach Schätzungen drei Millionen sein.




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen