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Frauenbeschäftigungsquote : Mehr Ostfrauen gehen arbeiten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

MV mit 57,2 Prozent deutlich über den Bundesdurchschnitt von 51,8 Prozent

Sie ist Kunsthistorikerin, 32 Jahre alt und hat ihren Studienabschluss und den Einstieg ins Berufsleben als junge Mutter organisiert. „Für mich gab es nie die Überlegung, ob ich arbeiten gehe oder nicht. Die maximale Frage war, gehe ich voll arbeiten oder nur Teilzeit.“ Die Berlinerin ist noch in der DDR aufgewachsen. Genau wie ihr Lebensgefährte, mit dem die Online-Redakteurin heute zwei Kinder im Alter von zwei und sechs Jahren hat. „Nee, verheiratet sind wir nicht. Für mich war immer wichtig, finanziell unabhängig zu sein und mich beim Job in einem Team voll einsetzen zu können.“

Typisch, sagt Barbara Riedmüller. Die Professorin der Freien Universität Berlin ist Expertin für Sozial- und Arbeitsmarktfragen. „In Westdeutschland steigen die Frauen aus, wenn sie ein Kind bekommen. Das kommt für Frauen in den neuen Bundesländern nicht infrage.“ Diese kulturelle Differenz werde sich noch lange halten und dafür sorgen, dass es unterschiedliche Frauen-Erwerbsquoten auf dem bundesweiten Arbeitsmarkt gibt, betont die Wissenschaftlerin.

Die Bertelsmann-Stiftung hat gestern eine Studie zu Frauen in sozialversicherungspflichtigen Jobs veröffentlicht. Demnach macht der Westen zwar deutliche Fortschritte, aber die Kluft zwischen alten und neuen Bundesländern wird trotzdem nicht kleiner, im Gegenteil. Für die Studie vergleichen die Forscher Zahlen der Jahre 2006 und 2012. Zwar hat demnach mehr als jede zweite Frau im Westen einen sozialversicherungspflichtigen Job. Die Quote stieg von 45,8 auf 50,9 Prozent. Dennoch wächst die Differenz zwischen Ost und West weiter an. Denn im Osten kletterte der Wert zugleich von 50,9 auf 57,9 Prozent.

Bundesweit liegt die Beschäftigungsquote der Frauen mit 51,8 Prozent immer noch deutlich hinter den Männern (59,2 Prozent).

In Mecklenburg-Vorpommern sind 57,2 Prozent der Frauen im erwerbsfähigen Alter berufstätig. Die Beschäftigtenquote liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 51,8 Prozent. Wie aus der Studie weiter hervorgeht, führen Sachsen mit 58,5 sowie Brandenburg und Thüringen mit jeweils 58,0 Prozent die Rangliste der Bundesländer an.

Auch deutliche Unterschiede in Mecklenburg-Vorpommern selbst treten zutage. Die höchste Beschäftigtenquote verzeichnet der Landkreis Ludwigslust-Parchim mit 60,7, die niedrigste Vorpommern-Greifswald mit 54,2 Prozent. Auffallend ist auch, dass die Stadt Rostock mit 55,0 Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegt, während Schwerin genau diesen Wert erreicht.

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