HMT Rostock : Mehr Musiklehrer für MV

Mehr Musiklehrer in MV wollen Minister Matthias Brodkorb, HMT-Rektorin Susanne Winnacker und Pädagoge Oliver Krämer (v. l.).
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Mehr Musiklehrer in MV wollen Minister Matthias Brodkorb, HMT-Rektorin Susanne Winnacker und Pädagoge Oliver Krämer (v. l.).

Land unterstützt neue Ausbildungsmöglichkeiten für Studenten mit 1,3 Millionen Euro

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19. August 2016, 07:45 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern könnte es bald mehr Musiklehrer geben. Grund ist eine Vereinbarung zwischen dem Bildungsministerium und der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT), die die Lehramtsausbildung in dem Fach Musik für mehr Studenten öffnen soll. „In den kommenden Jahren wächst der Bedarf an Musiklehrerin in unseren Schulen“, begründet Bildungsminister Matthias Brodkorb (SPD) die Entscheidung, das Projekt mit 1,3 Millionen Euro zu unterstützen. Gerade im ländlichen Raum und an kleinen Schulen sei für Ein-Stunden-Fächer wie Musik kein Geld vorhanden. Dabei hätte jedes Kind das Recht auf eine musikalische Grundbildung.

Das konkrete Konzept zur Umsetzung der Pläne komme von der HMT. Das Fach Musik soll künftig als Basismodul und Begleitfach belegt werden können. Wer sich für das Studium interessiert, müsse eine Eignungsprüfung ablegen. Diese sei aber weniger strikt als üblich. „Wir senken die Eingangschwelle zur HMT“, betont Rektorin Susanne Winnacker. Angeboten werden bis 2020 rund 50 Studienplätze pro Jahr, beginnend mit dem Wintersemester 2017. „Wir gehen davon aus, dass 40 Prozent scheitern. Also schreiben wir 40 Prozent mehr Plätze aus, als wir am Ende brauchen“, erklärt Brodkorb.

Das neue Angebot richtet sich an Lehramtsstudenten mit der Spezialisierung auf Regionalschulen sowie an Sonderpädagogen. Bisher bietet die HMT Musik nur im Hauptfach für angehende Gymnasiallehrer an. Für die zusätzlichen Studenten müsse ein neuer Seminarraum geschaffen werden. Die Dachterrasse der HMT soll dazu für 300 000 Euro umgebaut werden.

Zweieinhalb Wochen vor der Landtagswahl gibt Brodkorb zudem bekannt, dass das Fach Darstellendes Spiel ab dem kommenden Schuljahr wieder unterrichtet werden darf. „Seit der Gründung des Landes wurde es zwölf mal eingeführt und wieder abgeschafft“, sagt Brodkorb. Im Dezember wird dazu an der HMT eine neue Professur für das Fach zur Lehrerausbildung eingerichtet. Kritisiert werden die neuen Vereinbarungen von Grünen-Politiker Johannes Saalfeld: „Sie zeigen mustergültig, dass die Landesregierung immer erst dann reagiert, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.“ Saalfeld macht Brodkorb dafür verantwortlich, dass die Unis Rostock und Greifswald ihre Lehramtskapazitäten perspektivisch senken. „In den Jahren 2011 bis 2015 waren jährlich noch 1180 Plätze für Studienanfänger im Bereich Lehramt vorgesehen. Ab 2018 sinkt die Zahl auf 1001.“ Er prophezeit einen massiven Lehrkräftemangel in MV.

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