Alkoholmissbrauch : Mehr Mädchen in MV trinken sich ins Koma

Mehr Mädchen trinken sich ins Koma.
Mehr Mädchen trinken sich ins Koma.

Ob Mixgetränk, Schnaps oder Bier - auch 2014 kamen Tausende Kinder und Jugendliche nach Alkoholexzessen ins Krankenhaus.

svz.de von
13. November 2015, 06:24 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern sinkt die Zahl der in Krankenhäusern behandelten jugendlichen Komatrinker – bei Mädchen gab es im vergangenen Jahr allerdings eine Zunahme der Fälle. Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurden landesweit 317 Patienten im Alter von 10 bis 19 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär behandelt. Das waren 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr, aber 27,3 Prozent mehr als 2000, wie das Amt gestern in Wiesbaden mitteilte. Besorgniserregend: Während die Zahl der Fälle bei Jungen von 2013 zu 2014 deutlich um 9,5 Prozent sank, stieg sie bei Mädchen um 7,4 Prozent.

Alkoholexzesse von Jugendlichen, die in der Klinik enden, kommen in Mecklenburg-Vorpommern zumindest bei Jungs weniger häufig vor als in anderen Teilen der Bundesrepublik. Bundesweit wurden 324 Fälle je 100 000 Einwohner gezählt, im Nordosten „nur“ 282. Bei Mädchen allerdings lag der Wert bei 250 Fällen, bundesweit bei 244.

Die Vize-Geschäftsführerin der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm, Gabriele Bartsch, kritisierte, dass in Deutschland die wirksamsten Ansätze der Alkohol-Prävention nicht praktiziert würden.

Dazu gehörten die Preisgestaltung und die Verfügbarkeit. Nach oben getrieben werde der Alkoholkonsum von den vergleichsweise niedrigen Steuern auf alkoholische Getränke und der Tatsache, dass Alkoholika rund um die Uhr gekauft werden könnten.

Bundesweit kamen 2014 bundesweit 118 562 (2013: 116 503) Menschen wegen akuten Alkoholmissbrauchs in Kliniken – rund 70 Prozent davon waren Männer.

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