zur Navigation springen

Bildung : Mehr Lehrer für Flüchtlingskinder

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Spitzentreffen von Landesregierung und Kommunalverbänden

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2015 | 20:58 Uhr

An Schulen Mecklenburg-Vorpommerns werden immer mehr Mädchen und Jungen unterrichtet, deren Muttersprache – im Verwaltungsdeutsch „Verkehrssprache“ – nicht Deutsch ist. Waren es im gesamten Schuljahr 2013/14 landesweit 576 Schüler, stieg ihre Zahl im laufenden Schuljahr bis zum Stichtag 4. Dezember bereits auf 744. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Politikerin Simone Oldenburg hervor.

Einer der Gründe dafür ist die wachsende Zahl von Flüchtlingen, die in den Nordosten kommen. Nach Angaben des Innenministeriums hat das Land 2014 rund 4500 Asylbewerber aufgenommen – doppelt so viele wie im Jahr davor. Die Landesregierung geht davon aus, dass angesichts der weltweiten Konflikte die Zahl der Flüchtlinge in diesem Jahr noch steigen wird. Wie diese Herausforderung gemeistert werden kann, ist heute Thema eines Spitzentreffens von Landesregierung und Kommunalverbänden. „Wenn Bürgerkriegsflüchtlinge künftig in einem schnelleren Verfahren den sicheren Aufenthaltsstatus bekommen können, müssen für alle Beteiligten die Kosten geklärt werden“, sagt Arp Fittschen vom Städte- und Gemeindetag. Auch um weitere Unterkünfte wird es gehen.

Eine erste Reaktion gab es bereits aus dem Bildungsministerium: Ab sofort stehen im Land 22 zusätzliche Lehrerstellen für die Migrantenförderung bzw. die Beschulung von Flüchtlingskindern zur Verfügung. Für Schüler, die sich nicht verständigen können, beginnt die Sprachförderung in der Regel mit einem Intensivkurs „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ). Die zusätzliche Sprachförderung kann bis zu zehn Wochenstunden in der Grundschule und bis zu 20 Wochenstunden in der Sekundarstufe betragen. Die Intensivkurse finden an ausgewählten Standortschulen statt. Auch ihre Zahl ist erhöht worden: Waren es im Schuljahr 2013/14 noch 39, kamen zum Beginn des neuen Schuljahres noch einmal 17 dazu.

Längst nicht alle Schüler im DaZ-Unterricht sind allerdings Flüchtlinge. Von den in Mecklenburg-Vorpommern lebenden Ausländern – insgesamt 2,4 Prozent der Gesamtbevölkerung – kommen die meisten aus europäischen Ländern wie Polen und Österreich. Auch für die Kinder dieser Familien gilt in Deutschland unabhängig von ihren Sprachkenntnissen die Schulpflicht. Kommentar Seite 2 / Seite 4

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen