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Vorfälle in Schwerin und Rostock : Mehr Kriminalität durch Zuwanderer?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das BKA sieht keine Zunahme. Die Sicherheitskreise warnen dennoch

von
erstellt am 14.Sep.2016 | 20:55 Uhr

Ein wesentlicher Anstieg der Kriminalität durch Zuwanderer ist nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) in Mecklenburg-Vorpommern nicht zu verzeichnen. Jüngste Vorfälle in Schwerin und Rostock hatten Spekulationen über einen Anstieg der Ausländerkriminalität genährt. Das aktuelle Lagebild des Bundeskriminalamtes (BKA), das auf Daten der Länderpolizeien beruht, zeigt eher einen gegenteiligen Trend. Dennoch warnen Fachleute vor einer Bagatellisierung der durch Zuwanderer ausgeübten Kriminalität.

Vereinzelt würden auch in Mecklenburg-Vorpommern Anzeichen für die Bildung krimineller Strukturen unter Flüchtlingen gesehen, heißt es aus Polizeikreisen. Erste Indizien dafür wurden bereits auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsankünfte Ende 2015 in den Sammelunterkünften registriert. Dort hätten selbsternannte Clanchefs versucht, gegenüber Unterkunftsbetreibern wie auch freiwilligen Helfern die Verhandlungshoheit für ganze Gruppen von Flüchtlingen zu erringen. Während dies in den Einrichtungen noch unterbunden werden konnte, gebe es jetzt Anzeichen, dass derlei sich jenseits der Einrichtungen etabliere, heiß es in Sicherheitskreisen.

Am 6. September stellte das BKA eine gesonderte Kriminalstatistik vor: Demnach ist die Zahl von Straftaten, begangen durch Zuwanderer, von Januar bis Ende Juni 2016 zurückgegangen. Bundesweit wurden 142  500 Fälle registriert. Ein Großteil davon befindet sich noch im Ermittlungsstadium, ist also noch nicht abgeschlossen. Die Mehrzahl waren Betrugs- sowie Diebstahlsdelikte. 63 Prozent der Betrugsdelikte waren Fälle von Schwarzfahren. Beim Diebstahl dominierte der Ladendiebstahl mit 65 Prozent.

Dabei werden Einwanderer aus Algerien, Georgien, Marokko, Serbien und Tunesien – gemessen an ihrem Anteil an allen Zuwanderern – überproportional häufig als Tatverdächtige geführt. „Deutlich unterproportional“ an Kriminalität beteiligt sind Syrer, Afghanen und Iraker, so das BKA. Dieselben Tendenzen nennt das LKA. „Für das laufende Jahr ist zu erwarten, dass sich die Zahl der durch Zuwanderer begangenen Straftaten weiterhin an der Zahl der Zuwanderer in unserem Land orientieren wird“, hieß es auf Anfrage aus der LKA-Pressestelle.

Das komplette Dokument zu Kriminatlität im Kontext von Zuwanderung
 

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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