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Mecklenburg-Vorpommern : Mehr junge Fachkräfte bleiben im Land

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bildungsmonitor der Wirtschaft bescheinigt MV Fortschritte, sieht aber auch noch Defizite

Aus Sicht der Wirtschaft hat das Bildungssystem in Mecklenburg-Vorpommern spürbare Fortschritte gemacht und nimmt im Ländervergleich mit Rang acht einen guten Mittelfeldplatz ein.

Seit dem Jahr 2000 hätten rund 15 000 junge Akademiker mehr die Hochschulen im Nordosten verlassen, als damals zu erwarten gewesen wäre. Diese zusätzliche Ausbildungsleistung gehe mit einem Wertschöpfungsbeitrag von rund 323 Millionen Euro im Jahr 2012 einher, stellt die unternehmernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in ihrem gestern veröffentlichten Bildungsmonitor fest.

Kritik gibt es unter anderem an der vergleichsweise geringen Sachmittelausstattung der Hochschulen und der Investitionsquote an allgemeinbildenden Schulen, die mit 7,7 Prozent der Landesausgaben deutlich unter Bundesdurchschnitt (9,0 Prozent) liege.

Die Initiative beruft sich auf umfassende Vergleichsstudien, die das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln in ihrem Auftrag erstellte.

Anhand von 93 Kriterien ermittelten die Fachleute, inwieweit die Bundesländer Bildungsarmut reduzieren, zur Fachkräftesicherung beitragen und Wachstumskräfte stärken. Dabei kam heraus, dass Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg über die leistungsfähigsten  Bildungssysteme  aller 16 Bundesländer verfügen.

Für Mecklenburg-Vorpommern gab es überdurchschnittlich gute Bewertungen für die Ganztagsbetreuung in Kitas, die Integration ausländischer Jugendlicher an Schulen und Hochschulen und für das Lehrstellenangebot. Laut Bildungsmonitor war in kaum einem anderen Bundesland der Anteil betrieblicher Ausbildungsangebote höher als im Nordosten.

Die Quote unversorgter Bewerber lag mit 8,4 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 10,3 Prozent. Das habe in hohem Maße zur Fachkräftesicherung beigetragen und die Wachstumskräfte gestärkt, hieß es. Der Handlungsdruck sei allerdings auch besonders groß, da kaum ein anderes Bundesland vor so großen demografischen Herausforderungen stehe.

Wegen geringer Geburtenraten und jahrelanger Abwanderung junger Fachkräfte nahm das Durchschnittsalter der Bevölkerung in MV seit 1990 rasch zu, was sich am Arbeitsmarkt zunehmend bemerkbar macht.

Kritisch bewerteten die Autoren des Bildungsmonitors aber den weiterhin hohen Anteil von Jugendlichen, die ihre Lehre nicht erfolgreich zu Ende bringen. Im Nordosten seien das fast 17, im Bundesdurchschnitt nur 10 Prozent. In keinem anderen Bundesland würden so häufig Lehrverträge vorzeitig gelöst. „Wir müssen den Anteil junger Erwachsener ohne Berufsausbildung weiter senken“, betonte Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

Die Initiative appellierte an die Landesregierung, für die nun zunehmend ausscheidenden Lehrer rechtzeitig qualifizierten Ersatz zu schaffen.


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