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Daten der Bürger : Mehr investieren in IT-Sicherheit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Reisepässe, Ausweise – alles wird elektronisch gespeichert / Damit diese Daten sicher bleiben, brauchen Kommunen Geld und Experten

svz.de von
erstellt am 07.Mai.2014 | 20:50 Uhr

Die Daten der Bürger in öffentlichen Verwaltungen sind sicherer geworden, aber nicht sicher. Das wurde gestern auf der Fachkonferenz des Landesdatenschutzbeauftragen mit 100 Teilnehmern in Waren deutlich.

„Alle Kommunen müssen sich darauf einstellen, dass die Methoden des US-Geheimdienstes NSA schon bald auch von anderen angewandt werden können“, warnte Stefan Grosser, Referatsleiter IT-Sicherheit im Bundesinnenministerium. So könnten Daten längst über Apps oder geschenkte Datensticks von außen heruntergeladen werden.

Als besonders empfindlich gelten die „elektronischen Identitäten der Bürger“ – Personenstandsurkunden, Reisepässe und Ausweise. Je weiter die Digitalisierung fortschreite, desto wichtiger würden personenbezogene Daten als „Rohstoff“ für Firmen, erklärte Thomas Darsow vom MV-Innenministerium. An öffentliche Verwaltungen würden besondere Sicherheitsanforderungen gestellt. „Es fragt später niemand, ob der IT-Spezialist hätte eingestellt werden können“, so Darsow.

Stichproben des Landesdatenschutzbeauftragten hatten ergeben, dass es Sicherheitsdefizite beim sogenannten E-Government gibt. So würden Vorgaben nicht eingehalten oder Räume für Computerserver entsprächen nicht den Vorgaben. Bei Gemeindevertretern stoßen Forderungen nach mehr Geld für Computerspezialisten in den Verwaltungen aber oft auf taube Ohren. „Sicherheit sieht man nicht, dafür wird ungern Geld ausgegeben“, erklärte Anders.

Als Beispiel kostensparender Zusammenarbeit gelten Schwerin und der Kreis Ludwigslust-Parchim mit ihrer IT-Tochterfirma. „Damit können wir jährlich bis zu 300 000 Euro sparen“, erklärte Landrat Rolf Christiansen (SPD). Auch der Nachbarkreis Nordwestmecklenburg, Ämter und Städte hätten Interesse angemeldet, die Tochterfirma zu nutzen. Mit solchen Zusammenschlüssen soll vermieden werden, dass Kommunen sensible Daten über Datenwolken (Clouds) an Firmen auslagern. Im Fall von Microsoft würde die Hoheit über Daten in den USA liegen, warnte Experte Grosser. Schon beim Betriebssystem müssen Kommunen stark nachdenken, ob sie Zugriffe aus dem Ausland zulassen. „Wenn sie Microsoft-Betriebssysteme ab Windows 8 einsetzen, sind sie nicht mehr Herr über die eigenen Daten.“

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