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Mathias Brodkorb will Schulen mehr Geld für Reisen geben : Mehr Geld für Wandertage und Klassenfahrten

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Mecklenburg-Vorpommerns Schüler sollen ein Recht auf Klassenfahrten bekommen. Das sieht ein Erlass vor, den Bildungsminister Mathias Brodkorb demnächst an die Schulen im Land schicken will.

svz.de von
erstellt am 15.Jun.2013 | 04:08 Uhr

Schwerin | Mecklenburg-Vorpommerns Schüler sollen ein Recht auf Klassenfahrten bekommen. Das sieht ein Erlass vor, den Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) demnächst an die Schulen schicken will. Dafür will er den Schulen auch mehr Geld für die Reisekosten der Lehrer zur Verfügung stellen. Daran waren in den vergangenen Jahren manche Reisepläne der Schulklassen gescheitert.

Zwei Klassenfahrten zwischen erster und zehnter Klasse und jährlich ein Wandertag oder eine Exkursion seien "das pädagogische Minimum", sagte Brodkorb gestern gegenüber unserer Zeitung. Am Gymnasium soll laut Erlass eine dritte Klassenreise in der Abiturstufe hinzukommen. "Jede Schule wird etwa zehn Prozent mehr Geld zur Verfügung haben, einige sogar das Doppelte", so Brodkorb. Vor allem die Budgets für die Grund- und Förderschulen sollen aufgestockt werden. Eine durchschnittliche dreizügige Grundschule kann mit 780 Euro pro Jahr rechnen. Bislang bekommt sie rund 380 Euro. Kleiner wird der Reiseetat der Berufsschulen, der sowieso selten ausgeschöpft wurde. Brodkorb will den Schulen jeweils für fünf Jahre das Reisebudget zusichern. So können sie besser planen.

Während die Schulen zurzeit pro Schüler und Schuljahr einen Betrag zwischen 1,25 Euro (Grundschule) und 3,75 Euro (Abiturklasse) bekommen, gibt es laut Erlass-Entwurf künftig für jede Klasse pro Schuljahr eine Wandertags- Pauschale von 20 bis 25 Euro. Hinzu kommen Pauschalen zwischen 180 und 400 Euro für je eine Klassenreise in der Grundschulzeit, eine zwischen der siebten und zehnten Klasse sowie eine in der Oberstufe. Bleibt in einem Jahr Geld übrig, dürfen die Schulen es im nächsten ausgeben. Kosten die Wandertage weniger, darf eine Klassenfahrt teurer werden. Falls einzelne Klassen oder Schulen unternehmenslustiger sind, als es das Reisebudget der Schule hergibt, dürfen sie dafür Zuschüsse von Eltern, Sponsoren oder Fördervereinen nutzen. Das gilt künftig auch wieder für die Reisekosten der Lehrer. Brodkorb sieht keinen zwingenden Grund, dass nur der Staat die Reisekosten der Lehrer bezahlen darf. Er will den Erlass noch mit Verbänden und Gewerkschaften abstimmen, bevor er veröffentlicht wird.

"Insgesamt stärkt das neue Verfahren die Schulleitungen und verbessert die Situation für die kleineren Schulen im Land", so der Bildungsexperte der CDU-Landtagsfraktion Marc Reinhardt. Lob gab es auch von der Opposition. Die neue Regelung sei "anscheinend praxistauglicher als die alte", sagte die Schulexpertin der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg. Die Reiseplanung werde für die Schulen einfacher, flexibler und sicherer. So dürfen zum Beispiel in einigen Fällen für Ausflüge und Reisen nun auch private Autos benutzt werden und es muss nicht in jedem Fall ein Berufskraftfahrer am Steuer sitzen. Geregelt werden auch Badeausflüge, Sportevents im Hochseilgarten und Winterreisen zum Skifahren. Aber Reisen mit überwiegend touristischem Charakter sind weiterhin keine Klassenfahrten.

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