Mindestlohn : Mehr Geld für Niedriglöhner

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Kommission entscheidet über Anstieg des Mindestlohns um 27 Cent

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27. Juni 2016, 21:00 Uhr

Mehr Geld im Portemonnaie: Zehntausende Niedriglöhner in MV können 2017 voraussichtlich mit einem höheren Mindestlohn rechnen. Eineinhalb Jahre nach der Einführung der gesetzlichen Lohnuntergrenze will eine Kommission von Arbeitgebern und Gewerkschaften heute in Berlin erstmals über eine bundesweite Anhebung des bei 8,50 Euro liegenden Mindestlohns entscheiden. Dabei wird die Steigerung des durchschnittlichen Tariflohns seit 2014 zugrunde gelegt – plus 3,2 Prozent. Dann würde der Mindestlohn um 27 Cent auf 8,77 Euro steigen.

Eine höhere Lohnuntergrenze: Einer Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge waren die Beschäftigten in etwa jedem vierten bis fünften Betrieb in MV von der Einführung des Mindestlohns betroffen. Die Lohnsteigerung sorgt in MV indes für Streit: Der Mindestlohn dürfe nur „moderat“ angehoben werden, forderte Edgar Wonneberger von der Vereinigung der Unternehmensverbände in MV (VUMV) gestern. Angesichts der wachsenden Unsicherheit nach dem EU-Ausstieg Großbritanniens dürfe es „keinen allzugroßen Schluck aus der Pulle“ geben. Die Gewerkschaften sehen keinen Grund für Zurückhaltung: „Die Konjunktur läuft rund, die Wirtschaft brummt, die Konsumfreude ist da“, forderte Uwe Polkaehn, Chef des DGB Nord ein „kräftiges Plus“.

Drei Prozent mehr – für Experten kein Risiko. „Der deutsche Arbeitsmarkt ist in einer soliden Verfassung“, meinte IAB-Chef Joachim Möller: „Ich sehe daher nicht, dass die geplante moderate Anpassung des Mindestlohns zu steigender Arbeitslosigkeit führt.“

Indes haben die neuen Lohnregeln in MV nicht zu dem von den Arbeitgebern gefürchteten Stellenabbau geführt: Im März 2016 zählte MV mit 547 400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 7100 mehr als ein Jahr zuvor, ermittelte die Arbeitsagentur. Gleichzeitig sank die Zahl der geringfügig Beschäftigten binnen eines Jahres – um 3700 auf 85 100 im September 2015. Den IAB-Ergebnissen zufolge habe der „Mindestlohn bundesweit keine Arbeitsplatzverluste in größerem Umfang nach sich gezogen“, erklärte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Arbeitsagentur Nord, gestern: Die Zahl der Arbeitslosen sei zurückgegangen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gewachsen. Allerdings gebe es weniger Minijobber. Ein Teil der Minijobs sei offenbar in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt worden.  

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